Die Lüge Leben

Oft nehmen wir Dinge hin, oder akzeptieren Dinge, Situationen und Umstände, aus blindem Gehorsam oder anerzogener Verhaltensmuster, welche uns in den ersten Jahres unseres Menschseins durch unsere Eltern vermittelt wurden, diese jedoch Später durch Kindergarten, Schule, Freunde und die Arbeit in den Schädel gehämmert wurden.

Vieles sickerte langsam, wie Wassertropfen in unseren Verstand und wir merken gar nicht, wie wir langsam immer mehr zu einer gut geölten Ja-sage-Maschine werden.

Die Erkenntnis, jedoch zu was wir eigentlich geworden sind kommt meistens zu spät. Es ist kein Wunder in der heutigen Zeit, wo alles schnelllebiger, hektischer und Gewinnorientiert geworden ist, dass die „Ware“ Mensch, dass billigste Gut von allen ist und leider auch das am schnellsten austauschbare.

Das kranke an dieser Welt ist, dass eine Maschine, welche einen defekt aufweist, versucht wird zu Reparieren.

Mit der Arbeitskraft eines Menschen verhält es sich meist leider nicht so, hier sind wir schon bei der „wegwerf Mentalität“ angelangt.

Egal, wie sehr man sich für seine Firma einsetzt, gesundheitliche Schäden billigend in kauf nimmt, sobald die ersten Anzeichen, des Verschleißes, „des nicht mehr richtig funktionieren“ können in der Zukunft sich abzeichnen, landet man auf der Beobachtungsliste.

Und kommt der Moment, in dem man einfach nicht mehr kann, sich eine Auszeit nehmen muss, weil man körperlich- und geistig am Ende ist, dann spürt man erst die Krallen seiner Firma. Krankenbesuche ohne Anmeldung vom Chef, um eine „positive Zukunftsprognose“ zu stellen. Auf Deutsch gesagt, sehen ob man aus dem Wrack von Mitarbeiter in der Zukunft noch mal was raus quetschen kann, oder ob man Ihn besser direkt entsorgt, um die Kosten für die Zukunft so gering wie möglich zu halten.

Der Druck der auf diesen armen Menschen ausgeübt wird ist immens, dabei ist es egal, mit welchen Problemen dieser Mensche abseits der Arbeit zu kämpfen hat. Der Mensch, ist kein Mensch mehr, er ist nur noch eine Sklave, eine Nummer in den Schränken der Personalabteilungen.

Früher waren die Ketten aus Eisen, sichtbar und jeder Sklave wusste um seinen Platz.

Wenn die Peitsche Ihm auf sehr schmerzhafte Art und Weise seine Fehler vor Augen führte.

Heute jedoch legen wir uns selbst die Fesseln an, in Form von Schulden, Familie sonstiger Verpflichtungen und begeben uns mehr oder weniger freiwillig in die Sklaverei.

Auch die Peitsche besteht nicht mehr aus gesalzenem Leder, jedoch wird die geistige Peitsche nicht weniger geschwungen. Angst regiert den Verstand, angst seine Rechnungen nicht bezahlen zu können, angst seine Familie zu enttäuschen, Erfolgsdruck und vieles, vieles mehr.

Und so beugen wir uns oft, unseren Peinigern, welchen wir uns bereitwillig dargeboten haben, weil wir es müssen um zu überleben. Wir sind auch noch dankbar, wenn wir vor Ihnen in den Staub sinken und um unseren Job flehen, dass Sie uns weiter bei sich behalten und uns bis zum letzten Tropfen Leben, den wir geben können aussaugen.

Unterbewusst, wissen wir genau, dass wir uns auf perverse Art und Weise selber zerstören.

Jedoch siegt die Angst, dass zu Verlieren was uns finanziell am Leben erhält, obwohl wir genau wissen, das es uns auf Dauer kaputt macht und wir dann wichtigeres verloren haben, als unseren Job. Denn unsere Körperliche und Physische Gesundheit gibt uns keiner mehr zurück. Und nur, weil wir es nicht geschafft haben, uns zu erheben und die Fesseln der Sklaverei, die wir uns selbst auferlegt haben abzustreifen.

Was ist bloß aus unserem inneren Kind geworden, diese Unbeschwertheit, die wir heute nur noch bei Kindern sehen und uns selbst nicht mehr vorstellen können, dass wir Sie ebenfalls mal tief in uns drin hatten. Unbeschwert lachen, rennen, tollen und das tun, wonach uns der Sinn stand, diesen allgegenwärtigen, reinen und echten Spaß den wir als Kinder hatten genießen uns an Ihm laben und innere Kraft aus diesen Momenten gewinnen. Auch als Kinder sind wir gestolpert, oder haben uns verletzt, Tränen sind geflossen und wir haben uns in die Arme von Mami oder Papi zum Trost geworfen.

Der Schmerz verging und war sofort wieder vergessen und weiter ging das fröhliche Spiel, gewiss erging es bestimmt nicht allen Kindern so, es gibt leider viel zu viele schreckliche Schicksale, die viele Kinder erleiden mussten und auch immer noch heute mit den folgen Ihrer Kindheit zu kämpfen haben. Jedoch denke ich, dass jedes Kind trotzdem viel unbeschwerter durchs Leben geht, wie die Erwachsenen heute. Jedes Kind beginnt in einer Phase seines Lebens Grenzen aus zu testen, gerät in die Trotzphase, klettert ohne über die Konsequenzen nachzudenken auf einen Baum. Rebelliert und versucht sich frei zu entfalten, doch irgendwann, langsam und schleichend wird es immer ruhiger um das Kind, von Jahr zu Jahr wo wir altern wird das Kind immer erwachsener. Doch wo ist diese Innere Kind geblieben, dass wo sich viele schworen immer so zu bleiben wie in Ihrer Jugend.

Ich frage mich, wo ist dieses innere Kind in uns geblieben?

Ist es durch die Jahre der Konditionierung einfach in uns gestorben?

Kauert es, tief in einer dunklen Ecke unseres selbst und weint sich Tag für Tag in den schlaf?

Ich kann diese Frage nicht beantworten.

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5 Gedanken zu “Die Lüge Leben

  1. Hat dies auf Missbrauch, Folgen und der Weg rebloggt und kommentierte:
    Da habe ich eben im Reader mit dem Suchwort „Swinger“ gestöbert und bin zufällig auf diesem Blog gelandet.
    Dies ist der erste Eintrag im Blog und ich habe außer diesem noch kleinen weiteren gelesen.
    Ich weiß nicht, ob mir auch der Rest des Blogs gefallen wird – aber dieser Eintrag spricht mir vollkommen aus dem Herzen.
    Menschen wie Maschinen….. Vollkommen unreflektiert und wie ein Zahnrad in eine Gerätschaft eingepflanzt, um vollkommen gedanken- und willenlos seine Aufgabe zu erfüllen. Bis zum Ende.

    Ich hoffe, dass mehr und mehr Menschen damit beginnen, ihren Kopf zum Denken zu benutzen.
    Oder besser: Ihr Herz, um zu fühlen.

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