Vom Rande des Wahnsinns bis zum Ende des Lebens….

Das Jahr war schwierig, da er nur am Wochenende bei seiner Familie sein konnte, er vermisste seine Frau und die zwei kleinen Kinder schrecklich, doch konnte er keine Schwäche zeigen, er war immer der starke und musste es immer sein.

Gegen Ende des Jahres, riss der Schnitter einen wichtigen Menschen aus dem Leben der Familie, die Vorwürfe nicht da sein zu können, wie er es sich wünschte begannen Ihn zu zerreißen. Denn im neuen Jahr sollte zudem noch ein neues Leben das Licht der Welt erblicken.

Zum Jahreswechsel, meinte es eine Fügung des Schicksals gut mit Ihm und er war wieder mit seiner Familie vereint.

Die ersten drei Monate verstrichen, wie im Flug und das große Ereignis stand fast bevor. Doch es kam anders als gedacht……

Es stellte sich ein, dass der kleine Mensch es in seinem Zuhause nicht mehr aushielt und früher, dass Licht der Welt erblicken wollte. Die Untersuchungen ergaben jedoch, dass nicht alles richtig gelaufen sei und der kleine Mann viel zu klein sei, Sorgen und Ängste um das Wesen, das Ihm schon jetzt ans Herz gewachsen war keimten in Ihm auf.

Nach einer turbulenten Fahrt, welche die Ängste und die Sorge noch höher steigerte, in eine Spezialklinik begann das ganze Prozedere und die Versuche von vorne. Die Stunden, des warten und des bangen zermürbten das Nervenköstum von Ihm sehr.

Das Ergebnis versetzte Ihm einen Schlag ins Gesicht und lies seine Fassade stark bröckeln, als eine Springflut der Sorge und Angst ihn erfasste.

DIAGNOSE: Unterversorgung über längere Zeit….geistige Schäden nicht auszuschließen sofortige NOT OP.

Irgendwer meinte es gut mit dem Kind und es war „nur“ zu schmächtig hatte jedoch keine größeren Schäden davon getragen. Nach 2 Wochen durfte der kleine Mann die Klinik verlassen und in sein neues Zuhause und zu seinen zwei Schwestern kommen.

Weitere 2 Wochen zogen ins Land, bis zu einer Ereignisreichen Nacht….schreie weckten Ihn aus dem Schlaf. Schlaftrunken begann er den Schreien zu folgen und fand seine Frau und den kleinen Mann auf dem Boden liegen….der Notarzt wurde verständigt…

DIAGNOSE: Schlaganfall

Und wieder überwältigten Ihn eine Welle der Angst und der Sorge nur dieses Mal um seine Frau. Unfähig zu Fahren, wurden die Kinder untergebracht und er von einem Freund in die Klinik gefahren….

Stunden des Warten und des bangen vergangen, und auch hier hatte ein Schutzengel seine Finger im Spiel, durch die schnelle Reaktion konnten spät folgen so gut wie beseitigt werden.

Die nächsten Wochen waren geprägt vom Kinderversorgen und das pendeln ins Krankenhaus. Die Sorgen und die Ängsten waren jedoch nie ganz verschwunden, doch er musste stark sein, den Kindern die Angst um die Mutter nehmen und das Neugeborene versorgen. Also funktionierte er wie eine Maschine…er musste stark sein….er musste funktionieren. Auch, als der kleine Funken Wahnsinn in seinem Kopf sich zu einem Feuer ausbreitete…….es blieb keine Zeit für Ihn…..er musste funktionieren.

Der Schnitter meinte es in diesem Jahr sehr gut mit seiner Blutlinie und wütete wie ein Berserker. 6 Menschen vielen seiner Hand zum Opfer…..es war keine Zeit zum Trauern, er musste funktionieren. Es blieb keine Zeit für Ihn…..er musste funktionieren. Das Feuer des Wahnsinns, steigerte sich mit jedem geliebten Menschen, welchen er zu Grabe tragen musste und dessen Totes Gesicht er noch einmal betrachten musste, zu einem Flächenbrand in seinem inneren…..was kann ein Mensch ertragen? Es blieb Ihm keine Zeit…..er musste funktionieren.

Seine Frau hatte sich verändert…nach dem Tode des geliebten Menschen in 2011…sie wurde vorwurfsvoll…er konnte Ihr nichts Recht machen…alles war nur noch falsch, dabei war er krank vor Sorge um Sie gewesen….krank vor Sorge um das Neugeborene…krank vor Sorge dem allem gerecht zu werden und es nicht zu schaffen.

Er gab alles, was er konnte, damit es Ihr gut ging und unterstütze Sie mit allem was er geben konnte, ohne Rücksicht auf sich selbst….den für Ihn blieb keine Zeit….er musste funktionieren.

Und Sie gab dem Wahnsinn neue Nahrung und die Selbstzweifel begannen Ihn zu zerfressen, wie hungrige Tiere das Aas…..trotz allem er musste funktionieren.

Ende des zweiten Quartals des Jahres stand es fest, durch was der Schlaganfall verursacht wurde, ein kleines Loch im Herzen der Frau die er liebte. Auch diese Nachricht schürte die Angst von neuem…den eine kleine Operation am Herzen stand bevor. Auch sind die Risiken minimal wie der Arzt erzählte, jedoch war es doch ein Eingriff am Herzen. Er versuchte Ihr die Ängste und die Zweifel zu nehmen…jedoch konnte er nicht mehr zu Ihr durchdringen.

Die schon längst angespannte Lage der Beziehung wurde von Tag zu Tag schlimmer….er hat das Gefühl, dass seine pure Anwesenheit Sie schon wahnsinnig macht….er stellte sich immer wieder die gleichen Fragen warum? Ich habe nichts getan…ich versuchte lediglich Ihr und den Kindern alles zu geben was ich kann…doch es war wohl nicht genug. Eines Tages eröffnete Sie ihm, dass Ihre Gefühle für Ihn nur noch auf rein Freundschaftlicher Basis beruhen, ob vom Schlaganfall ausgelöst oder nicht, konnte Sie ihm nicht sagen. In diesem Augenblick zerbrach sein Herz in tausend Scherben und es zerriss Ihm fast den Verstand…

Er mobilisierte seine letzten Ihm verbleibenden Reserven an Kraft, die er aus der ach so kleinen Pore seines Körpers ziehen konnte und versuchte alles was er konnte, damit der geliebte Mensch wieder zu Ihm zurück kommt. Aber jeder Versuch brachte keinen Erfolg.

Selbst in der Zeit der OP als er alles für Sie tat und Ihr immer beistand sollte sich nichts mehr fügen….er brannte aus…die Situation verzehrte sein Leben und seine Seele…

Die Tage verstrichen, er füllte sich tot und leer, er hatte alles gegeben und nichts ist Ihm geblieben. Sie lebten zusammen wie Bruder und Schwester…die Fassade der glücklichen Familie wurde aufrechterhalten für die Kinder, Freund und Familie….doch niemand wusste wie es in Ihm aussah…er war nur noch eine leere Hülle, von Selbstzweifeln aufgefressen, durch das Jahr ausgebrannt….so musste er einen anderen weg finden um Leben zu verspüren und dieser kam…der Wahnsinn war sein Wegbegleiter…und jedes mal, wenn die Klinge in sein Fleisch schnitt, fühlte er sich für einen kurzen Moment lebendig……

Im Oktober sollte sich alles ändern…..er kann es sich bis heute nicht erklären, warum er das an diesem Abend getan hat, es ist nicht seine Art, aber irgendwas, wie Sie an diesem Abend auf der neuen Internet Seite schreib war komisch…..

Er loggte sich unter Ihrem Namen ein und was der dann las, lies alle Hoffnung, jeden noch so winzigen Funken eines positiven Gedankens in Ihm sterben. Sie betrog Ihn……und er kannte Ihn…….

Die Verbitterung, der Wahnsinn, die Ängste und Sorgen verwandelten sich schlagartig in puren reinen Hass, der stärker strahlte wie eine Supernova und sein Körper begann zu zittern und Hitze wallte in Ihm auf.

Er stellte Sie am gleichen Abend zur rede…sie versuchte es Abzustreiten, doch die Beweislast war erdrückend. Seine stimme wurde immer leiser bei dem Gespräch und der Hass brannte heißer und heißer in seinen inneren, sein Körper begann zu beben…..seid 3 Monaten führte Sie Ihn hinters Licht.. während er beim Arbeiten war. Seine Fäuste ballten sich und das Bedürfnis…seinem Hass und der Wut freien lauf zu lassen drohte Ihn zu überwältigen….doch er ging einfach…..er wusste wo er wohnt und er hatte keinen sehnlicheren Wunsch als dem Hass die Kontrolle über Ihn zu überlassen…..doch eine kleiner Funken Menschenverstand hielt ihn davon ab.

Zu dem Gefühl der leere und des ausgebrannt seins gesellte sich Verzweifelung und Enttäuschung, es gab keinen Sinn mehr in seinem Leben, er stand vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz und kein Ausweg in sich.

Wie in Trance schwebte er durch den Tag unfähig zu denken, zu fühlen oder dem Leben noch einen positiven Aspek abzugewinnen. Die Bäume am Straßenrand wurden immer interessant und der Gedanke „beende es“ fraß sich in sein Hirn. Er ging oft abends einfach Spazieren ohne Plan und Ziel, einfach für sich sein alleine….

Es war spät am Abend und es regnete in Strömen, der Spaziergang tat ihm gut, er ging durch den Wald, er roch den Regen die Bäume zog es in sich auf. Er setzte sich an einen Baum und dachte nach…die Dämme sein Schutz brach und Tränen rannen wie ein reißender Fluss über sein Gesicht…doch er nahm nicht mal den salzigen Geschmack der Tränen mehr wahr.

Wie von selbst entblößte er seinen Unterarm und nahm sein Messer aus der Tasche und klappte es auf. Der Stahl fühlte sich kalt und hart auf seiner Haut an. Die Gedanken begannen zu fließen in seinem Kopf „nur eine kurze Bewegung des Handgelenks und alles wäre vorbei“

Das verlangen alles zu beenden brannte in Ihm…nur einmal dem verlangen nachgeben….

Doch ein anderer Gedanke übernahm gewann die Oberhand: Seine Kinder

Sie brauchen Ihren Vater…sie lieben Ihren Vater…es sind seine Kinder und seine Verantwortung. Der Tot wäre Flucht vor dieser Verantwortung und er flieht nicht.. das wäre feige und das war er noch nie und wird es nie sein.

Er klappte das Messer zusammen, wischte sich die Tränen vom Gesicht und erhob sich als neuer Mensch und ein kleiner funke begann wieder in Ihm zu brennen…Hoffnung….Hoffnung auf ein neues Leben.

Ihr fragt Euch jetzt sicher, warum Blogt er sowas?

Es sei gleich gesagt, NEIN ich fische nicht nach Mitleid, denn es gibt immer Menschen denen geht es schlechter.

Aber vielleicht ist der ein oder andere dabei, der sich zum Teil darin wieder erkennt und vorallem zu der Erkenntiss kommt, so wie ich auch. Es gibt immer einen Funken Hoffnung, egal wie Dunkel es scheint, auch wenn man ihn oft fast nicht erkennt.

Danke

Euer Harlekin

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7 Gedanken zu “Vom Rande des Wahnsinns bis zum Ende des Lebens….

  1. Du tust gut daran, dir diesen Moment am Baum zu bewahren. An der Schwelle zum Tod liegt die größte Kraft zum Leben – du hast den Absprung geschafft. Ich kenne diesen Augenblick. Und immer wenn es dunkel wird, kommt dieser Trotz von neuem hoch – es darf hier nicht enden, soll hier nicht enden!
    „Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unenntrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.“
    Schreibt Hesse in einem ähnlichen Zusammenhang. Ein Verwandter, der schließlich weit in den See hinausschwamm und dort unbemerkt versank.
    Lass niemals los! Deine augenscheinliche Schwäche, deine Verzweiflung und Leere – niemand sonst kann das Leben dermaßen intensiv erfahren. Bleib hier! Ein offenes Herz lässt sich leichter füllen. Ich wünsche es dir!

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  2. tyaara

    Jetzt komm ich dazu, mehr von Dir zu lesen … und nein, ich frage mich nicht, warum Du das schreibst. Es ist eine Selbstherapie. Anonym. Egal was die anderen denken, was sie davon halten. Keine Erklärung, keine Rechtfertigung nötig. Das bist Du und Dein Leben.
    Es ist heftig und ich kann alles nachempfinden und verstehen. Und wenn sich so viele negative Ereignisse, in so kurzer Zeit häufen, ist es nur mennschlich, dass auch Kräfte schwinden.
    Wozu ist/war das gut? Was will Dir das Universum vermitteln? Was kannst Du daraus lernen? Keine Ahnung. Vielleicht wird denoch am Ende was Gutes daraus und es erwartet Dich noch viel Glück, was Du verdient hast.
    Eines bleibt … Du bist nicht zerbrochen, es hat Dich stärker gemacht. Für Deine Kinder solltest Du auch stark bleiben, denn die bleiben das Wichtigste für einen Menschen, wofür sich das Leben und Kämpfen lohnt.
    Dennoch – vergesse Dich nicht und kümmere Dich um Dich selbst (aber das weißt Du ja auch).

    Ich drücke Dir alle Daumen 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen Lieber Fortunato, wow kann ich nur sagen und war heute Morgen um halb 5 echt schon platt. Auch wenn das wohl, deinem Beitrag zu entnehmen nicht unbedingt was besonderes ist, fühle ich mich zutiefst geehrt. Vielen Herzlichen Dank.

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