In der Hölle ist der Himmel los: EPILOG

Es war ruhig geworden in der Werkstatt, kein Zischen, kein Rattern oder Blubbern war mehr zu hören. Die Werkstatt erstrahlte im reinsten Weiß, was man sich nur vorstellen konnte. In den unzähligen Regalen befanden sich unglaubliche Dinge.

Gläser mit den absurdesten Aufschriften “ Wasser, Lava, roter Sand, weißer Sand“ usw.. es waren unzählige dieser Gläser, Tiegel, Flaschen und Gefäße und alle beinhalteten sie Materialien zur Erstellung.

Es gab Laboraufbauten, mit Kolben, Röhren, Brennern und diversem Instrumenten, wie Pipetten, Petrischale, Pinzetten und vieles, vieles mehr zum Kreieren und experimentieren mit einer Vielzahl von Möglichkeiten. Eigentlich sollte es rauchen, zischen und Dampfen und gelegentlich die ein oder andere kleine Explosion geben, doch es war still.

Die Mitte des Raumes wurde dominiert von einer großen Kugel, die wie ein gigantischer Erdkugel aussah, genau genommen, war es die Erde, ein riesiges Model der Erde. Man konnte sie nach allen Seiten drehen und wenden und wenn man genau hinsah, für das menschliche Auge nicht sichtbar, waren Bewegungen auf der Oberfläche erkennbar.

Es gab noch weitere dieser Kugeln, im ganzen Raum verstreut, kleine, große, rote, grüne und blaue Variationen in allen Farben und Formen. Manche waren nur ein Klumpen Ton, auf anderen war bereits Vegetation, Flüsse, Seen und Meere zu erkennen. In manche waren abdrücke von Fäusten geschlagen, als ob jemand seiner Wut freien lauf gelassen hätte, völlig unpassend zu der weißen makellosen Aufmachung der Werkstatt und völlig unpassend war auch diese Stille.

Das einzige unpassende in diesem Raum war diese dunkelrote Lache aus frischem Blut, deren Ränder sich beständig weiter in den weißen Boden fraßen, als wolle sie sich den ganzen Boden einverleiben.

In mitten dieser Lache lag ein Mann, die Arme zu den Seiten ausgebreitet, der weiße sportliche Anzug, bereits dunkelrot verfärbt wo er das Blut berührte. Seine langen Blonden Haare lagen wild, zerzaust auf dem Boden und bildeten rote Strähnen, wo sie den Boden berührten. Der Körper war der eines Mannes im besten Alter, kein Gramm unnötiges Fett daran, sehnig und muskulös. Die Hände waren schwielig von harter und schweißtreibender Arbeit, die Augen hatten tiefe schwarze Ringe von Schlaflosigkeit gezeichnet. Das hagere eingefallene Gesicht deutete auf viele Sorgen und Probleme hin, die dieser Mann in seinem Leben gemeistert und durchlaufen hatte. Die feinen dünnen Lippen hatte ein sanftes Lächeln aufgelegt, trotz des bereits versiegten Strom aus getrocknetem Blut, was an ihnen herunter, über den Hals, bis zum Kragen seines Hemdes gelaufen war.

Die Augen, so blau wie ein strahlender Sommertag, waren geöffnet und blickten an die blaue Decke, an welche ein wundervoller Nachthimmel gemalt war. Die tausende und abertausende Sterne, strahlten ein sanftes Licht in den Raum. Jedoch konnte auch dieses strahlen nicht den Glanz in diese uralten toten Augen zurückbringen.

Neben der Leiche kniete ein Mann in mitten, des sich immer weiter ausbreitenden See aus Blut. Er beugt sich über die Leiche und blickt auf den Dolch, der aus dessen Brust ragte und bis zum Heft hinein gestoßen worden war. Der Dolch schien aus Kristall zu bestehen, in dessen Mitte eine Röhre mit einer grünlichen Substanz eingebettet war, welche sich zum teil in den leblosen Körper gedrängt hatte.

Der Mann saß starr am Boden, die Kleidung blutgetränkt, wo sie den Boden berührte. Das blasse Gesicht zu einer Maske versteinert, das halblange schwarze Haar hing ihm ins Gesicht. Eine einzelne Träne rann ihm die Wange hinunter und zog einen frostigen Streifen über das kalte Gesicht. Sie blieb kurz am Kieferknochen hängen und erstarrte dort, sie viel zu Boden, wie in Zeitlupe näherte sich die gefrorene Träne dem Boden. Als sie auf dem aufschlug, zerbarst sie in tausende, winzige Fragmente, die das Licht des Raumes in jedem Farbspektrum wiedergaben. Also das Licht versiegte, war auch der Mann verschwunden und der Dolch ebenfalls, ein leichter Geruch nach Schwefel lag in der Luft und der ein flüsterte noch seine letzten Worte „ich liebe dich Vater“.

Gott war tot ….

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7 Gedanken zu “In der Hölle ist der Himmel los: EPILOG

  1. Du weißt, ich kann nichts sagen, außer …
    Ja, außer was? Außer .. ich bin ein Fan dieser Geschichte. Ein Fan der Gedanken, die dieser Geschichte inne wohnen. Bitte mehr davon. Es gefällt mir einfach ungemein. Danke.

    Lieben Gruß,

    Svea

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  2. tyaara

    Ok mein Lieber … Du hast es nicht anders gewollt ;). Ich habe ja dt. Literatur studiert und durfte viel lesen und Texte auseinander nehmen – also werde ich auch mal klugscheißen. Verzeih im Voraus bitte.

    Also – die Geschichte hat einen guten Anfang. Der Anfang ist sehr wichtig und entscheidet oft, ob es den Leser packt oder nicht. Deiner packt… Was ist los? Worum geht es? Die Spannung bzw. Neugierde baut sich auf. Top.
    Deine „Deteilverliebtheit“ erinnert mich an Schätzing (das ist ein Kompliment). Aber bitte nur vorsichtig sein, es kann auch in Langeweile oder Ungeduld umkippen, wenn man wartet, dass der Autor endlich zum Punkt kommt…

    Die Geschichte bzw. Dein Epilog gefällt mir und macht gespannt auf die Fortsetzung. Noch würde man meinen, es geht um einen Krimi o.ä. – bin gespannt was es wird.
    Was mich jedoch beim lesen gestört hat, waren die Tippfehler und ein paar Grammatikfehler. Das lenkt dann einfach ab.
    Und deisen Satz verstehe ich nicht ganz: „[…] ein leichter Geruch nach Schwefel lag in der Luft und der ein flüsterte noch seine letzten Worte“
    Wer? Der Mann, der schon weg ist? Der Tote? Jemand anderes? Irgendwas fehlt in dem Satz.

    Mach weiter … Bin gespannt. Hast Du gut gemacht 🙂

    Gefällt 1 Person

      1. tyaara

        Die Noten sind unwichtig 🙂

        Ich gehe davon aus, das es sich hier um eine Retroperspektive handelt. Es ist eigentlich das Ende der Geschichte oder es geht in die Richtung. Stimmt? Das mag ich grundsätzlich: Rückblicke, Zeitsprünge etc.
        Na ja. Ich lass mich überraschen.

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