In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.4

Funken stoben auseinander, als Stahl auf Stahl traf, das Klirren hallte durch die dunkle Gasse, wie Hammerschläge. Die zwei Kämpfenden tanzten einen tödlichen Tanz aus der nur einer als Sieger hervor gehen konnte. Mit Dolchen bewaffnet, umkreiste Luzifer den Engel. Schweiß tropfte von seinem Gesicht und fiel auf dem besudelten Boden der Gasse.
Um die zwei Krieger lagen bereits drei tote Engel, Stiche ins Herz und aufgeschlitzte Kehlen hatten ihnen den Garaus gemacht. Der Lebenssaft sprudelte aus ihren offenen Kehlen und tränkte den Boden. Jetzt war es nur noch einer der Anführer des Suchtrupps, der Luzifer unbekannt war. Er musste einer der niederen Engel sein, jedoch kämpfte er mit seinem Kurzschwert wie der Teufel persönlich.

Die zwei umrundeten sich wie zwei Tiere, die Muskeln gespannt und bereit bei der kleinsten Bewegung oder Chance, die sie wahrnehmen, loszuschlagen. Luzifer lächelt kalt, „Na du Schoßhündchen meines Bruders, dir geht wohl die Puste aus?“. Der Engel blickte ihn mit hasserfüllten Augen an. „Du wirst bezahlen für das, was du meinen Brüder angetan hast“, zischte er zwischen den Zähnen hindurch und deutet auf die toten Engel am Boden.
„Du wirst dich bald zu ihnen gesellen Engel“, meinte dazu Luzifer, der das letzte Wort mehr ausspuckte, als er es sagte. Es war purer Hass und das verlangen den Gefallenen zu töten, das in den Augen des Engels zu lesen war. Aber er griff noch nicht an.

„Glaubst du, ihr aus den niederen Rängen, hättet mich finden können, wenn ich es nicht genau so gewollt hätte?“, fragte Luzifer mit einem amüsierten Lächeln im Gesicht. Für einen kleinen Moment wich der Hass der Unsicherheit und dem Erkennens, sie waren in eine Falle geraten. Auf diesen einen kleinen Moment hatte er gewartet und attackierte den Engel blitzschnell, der seinen Schwert noch hochziehen konnte, um den Dolch der auf seinen Gesicht zielte, zu parieren.

Die Augen des Engels weiteten sich. Er ließ das Schwert fallen, als die Kraft seinen Körper verließ. Ungläubig blickte er auf das Heft, das aus seiner Brust ragte und starb. Er war bereits tot, als sein Körper die Erde berührte. Der Seelentrinker hatte ihn sich einverleibt und Luzifer zog den bösartigen Dolch aus der Brust des Engels. Durch das Berühren des Heftes konnte er die Seele des Engels im Inneren der Klinge hören. Sie schrie. Sie schrie vor Wut und nach Erlösung.

Luzifer wischte die Klingen an der Kleidung des Engels ab und lehnte sich im Schatten an eine Wand. Stumm schickte er einen Gedanken gen Himmel. „Vater, es tut mir leid, was ich hier tun muss, aber ich sehe keinen anderen Weg, ich muss Ihn sprechen“, sagt er und ließ seinen Blick ins Leere wandern. Der letzte Rest Schweiß tropfte von seiner Stirn, während sein Körper begann sich abzukühlen. Schweiß und Blut vermischte sich auf dem Boden. Der Geruch von Eisen überdeckte alle Gerüche in der mit Unrat übersäten Gasse. Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, bis er ein ihm sehr bekanntes summen vernahm. Es war so filigran, das es nur die wenigsten Wesen wahrnehmen konnte, doch auf genau diese Verzerrung der Gefüge hatte er gewartet.

Er wusste, dass die Kreatur über die Störung des Seelenflusses, welche er durch den Einschluss der Seele in den Dolch hervorgerufen hat, mehr als ungehalten sein würde. Denn genau diese Störung musste von dem Seelenernter untersucht werden. Er hätte die Seele auch als sein Eigentum brandmarken können, jedoch hätte das den Seelenernter nicht auf den Plan gerufen. Es dauerte nicht lange, bis die Schatten in der Gasse scheinbar zum Leben erwachten. Sie huschten hierhin und dorthin. Mal bekamen sie rot leuchtende Augen und mal scharfe Reißzähne so dass der Geruch nach tot intensiver wurde und nun die Gasse völlig beherrschte. Er war wirklich sauer, wenn er eine so starke Präsenz zeigte, dachte Luzifer. Er hatte kaum zu Ende gedacht, als ein ca. 6 Jahre altes Mädchen vor ihm Gestalt annahm. Zwei Zöpfe zierten das blonde Haar, ein schlichtes Kleidchen und ein schlichtes paar Schuhe rundeten das Bild ab. Wären da nicht diese rot leuchtenden Augen gewesen und das gerissene Grinsen.

„Hallo Duriel“, sagte Luzifer lächelnd.

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