In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.5

„Der Herr der Finsternis persönlich, was verschafft mir diese Ehre?“, der Sarkasmus in Duriels Stimme konnte nicht überhört werden. Luzifer schluckte den Ärger, welchen die respektlosen Worte in ihm auslösten herunter. Niemals zuvor redete ein Geschöpf wie Duriel so mit ihm, Duriel musste Luzifers Situation wohl bekannt sein.

„Duriel mein Freund, sparen wir uns die Höflichkeitsfloskeln und kommen wir direkt zum Geschäft. Ich muss deinen Boss treffen so schnell wie möglich“. Duriel begann aus vollem Halse zu lachen, es klang kehlig, wie ein Knurren, was da aus dem Kinderhalse klang. „Das wirst du, Luzifer. Vielleicht Schneller als du denkst“, grinste Duriel bösartig.

Luzifer funkelte ihn an, die teuflische Seite in ihm Rang einen harten Kampf mit dem Engel in ihm. Er kämpfte das Verlangen diese niedere Kreatur der Schöpfung an Ort und Stelle in Stücke zu zerreißen nieder und zog stattdessen seinen Dolch und begann damit an seinen Fingernägeln zu kratzen. „Sag mir Seelenernter, was würde wohl passieren, wenn mein kleiner Freund hier, deine Seele verzehrt?“. Er schlenderte einen Schritt auf die kindliche Gestalt zu und Duriel merkte sofort, dass er nun den Bogen überspannt hatte. Er hatte den Höllenfürsten erzürnt und trotz der prekären Lage Luzifers, fürchtete der Seelensammler um sein Leben und wich ein paar Meter zurück.

Bitte“, wimmerte Duriel, den die Furcht zu übermannen drohte, als er mit dem Rücken gegen die Backsteinwand der Gasse stieß und es kein Entkommen vor dem Teufel gab. Und genau so sah der Höllenfürst im Moment aus. Das Gesicht zu einer kalten Fratze der absoluten Entschlossenheit und der puren Grausamkeit verzogen. Schritt für Schritt ging er auf die vor Angst wimmernden Kreatur im Kinderkostüm zu, den Dolch dabei lässig in der Hand drehend. Die Seele des Engels im inneren der Klinge, schrie und wand sich unter Qualen. Luzifer genoss das Schauspiel, denn die einzige Macht auf der Welt, die das Doppelleben von ihm kannte, ist Gott und dieser ist tot. „Ruf jetzt deinen Meister, ich muss ihn sprechen“, sagte Luzifer mit kaltem herrischen Tonfall, der keine Widerrede duldete. Seine schwarzen Augen funkelnden bedrohlich und es bestand kein Zweifel daran, dass er Duriels Existenz ein qualvolles Ende bereitete, wenn er nicht sofort der Aufforderung nachkommen würde.

Die Gestalt des Mädchens begann am kompletten Leib zu Zittern, er so aus wie das kleine verängstigte Kind in dem er steckte, als er wimmerte „eine Seele, ich brauche eine“. Luzifer lächelte und die Spitze der Klinge fuhr blitzartig vor die Pupille von Duriel, welcher in dem Augenblick tausend Tode starb.

Was glaubst du, was der »Seelentrinker« sich einverleibt hat Duriel ?“, sagte Luzifer den Blick starr auf die Kindergestalt gerichtet, der wie paralysiert vor Angst vor ihm stand.

Luzifer ging einen Schritt zurück und entließ mit einem Gedanken die Seele des toten Engels aus der Waffe. Er ließ Duriel keine Sekunde aus den Augen, dem die Entwicklung der Begegnung mehr und mehr Unbehagen bereitete. Der Seelenernter sog die Seele des Engels als gleich in sich auf und schloss die Lieder, der Höllenfürst beobachtete die Szenerie argwöhnisch.  Es dauerte nicht lange, der Seelensammler öffnete die Augen und starrte Luzifer an. „Der Meister hat zugestimmt mit dir zu sprechen“,sagt er voller Furcht in der Stimme.

Wann und wo?“ Fragte Luzifer über die Reaktion von Duriel verwundert. Der Seelenernter muss wohl davon ausgegangen sein, dass dieses Unterfangen sinnlos sei. „Hier und Jetzt“, erwiderte Duriel mit zittriger Stimme und deutete hinter Luzifer und war dann im nichts verschwunden. Luzifer dreht sich um und erblickte am Ende der Gasse einen, auf einen Stock gestützten alten Mann, der auf Luzifer zu ging.

Der Tod war zu ihm gekommen …

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