In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 7

„Eines Tages, ich war noch jung, ließ meine Vater mich zu sich in seine Werkstatt rufen. So schnell ich konnte, begab ich mich dorthin. Mein Vater war in seine Arbeit vertieft, die Menschen war seine am meisten geliebte Schöpfung und auch die, die ihm am meisten Sorgen bereitete. Wir Engel gehorchten auf sein Wort, die Menschen jedoch waren anfällig auf Versuchungen“, Luzifer seufzte. „Ich wusste das am besten, den ich hatte schließlich den Auftrag sie in Versuchung zu führen, sie zu testen. Einige verfielen meinen Einflüsterungen, jedoch nicht alle und so ließ Gott mich zu sich rufen, es musste Veränderung auf Erden her“, fuhr Luzifer mit schwerer Stimme fort. Der Tod beobachtete in sorgfältig. In den grünen Augen konnte man, förmlich die Schlussfolgerungen die er zog sehen, jedoch sagte er kein Wort und ließ den gefallenen Engel fortfahren.

„“Setz dich mein Sohn“, sagte er und ich setzt mich und ein ungutes Gefühl macht sich in mir breit, als er sich mir gegenüber setzte. Ich weiß es noch wie heute, sein Gesicht, sein zerfurchtes und in Falten gelegte Gesicht hatte sich in meinen Verstand gebrannt“, erzählte Luzifer schmerzlich weiter. Der Tod konnte diesen Jahrhunderte alten Schmerz förmlich spüren, jedoch war da noch was anderes Liebe? Ja, es lagen sowohl Schmerz und Liebe in der Luft und der Tod lauschte gespannt den Erzählungen.

„Mein Vater erzählte mir von dem Ungleichgewicht, das auf Erden herrschte, die Menschen hatten keine Angst, denn nach dem Leben kamen sie in den Himmel und all ihre Sünden wurden ihnen verziehen. Der Himmel war das Problem, es musste einen Ort geben, vor dem die Menschen sich fürchteten, um ihr Leben auf Erden im guten zu Leben. So schuf er die Hölle und schickte die 10 Gebote auf die Erde. Somit hatte er einen Platz für die guten und für die schlechten Menschen geschaffen, jetzt fehlte ihm nur noch ein Herrscher für die Hölle“, beendete Luzifer die Ausführung und schluckte einmal schwer, bevor er fortfuhr.

„Also fragte er mich, ob ich sein Vertreter in der Hölle sein könne und ich antwortete mit ja. Ich, der die Menschen besser kannte als alle anderen meiner Brüder. Ich, der unseren Vater am meisten von allen Engeln liebte. Ich, der nun alles für die Liebe zu meinem Vater aufgab“.
Unter Tränen erzählte er weiter, die Welt um ihn herum war verschwunden. Er saß wieder in der Werkstatt von seinem Vater, eine Welle von Gefühlen brach über ihn herein wie an diesem verheißungsvollen Tag.

„Und so ergab es sich dann, dass mein Vater und ich den Plan der Verbannung ausheckten. Ich wurde von meinen Brüder, aus dem Himmel verstoßen. Niemand wusste von meinem Opfer, sie haben mir meine Flügel genommen und ich bin gefallen. Nur mein Vater und ich wussten von diesem kleinen Plan, wir sahen uns regelmäßig in seiner Werkstatt durch ein geheimes Tor“, er stockte und atmete schwer. „Doch mit meinen Brüdern habe ich nie wieder ein freundliches Wort gewechselt. Es stand zu viel auf dem Spiel und so ignorierte ich meine Bedürfnisse und spielte weiter Jahrhunderte meine Rolle, in einer selbst gewählten Verbannung“, so endete er mit einem letzten schweren Seufzer, bevor er dem Tod wieder ins Gesicht schaute.

Was er da sah, verwunderte den Teufel zutiefst, er sah Mitgefühl in diesen kalten grünen Augen und eine einzelne Träne, die den Weg über die Wange nach unten suchte.

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