In der Hölle ist der Himmel los: Kapitel 8

Luzifer und der Tod wischten sich die Tränen aus dem Gesicht. Der Tod blickte den Teufel an „das ist wirklich eine sehr ergreifende Geschichte“ wisperte er. „Jetzt kennst du meine Geschichte, die Geschichte des Teufels“, erwiderte Luzifer mit trauriger Stimme „die Geschichte des gefallenen Engels, oder sollte ich sagen, die Geschichte des Engels der sich fallen ließ“, er seufzte. „Du musst wissen junger Freund, es gibt weniges auf dieser Welt was mir entgeht, dass jedoch ist wahrlich das am besten gehütete Geheimnis, dieses Planeten“, sagte der Tod und Anerkennung lag in seinen Worten.

Der Tod stand von seinem Sessel auf und ging zum Kamin. Luzifer blickte ihm nach, als er den Schürhaken aus dem Ständer nahm und beginnt in der Glut herum zu stochern. Als der Tod den Schürhaken fasst, spannte er sich fast unmerklich an und seine Sinne gingen sofort auf Verteidigung für einen kleinen Moment, er konnte nicht sagen warum. Wahrscheinlich einfach die Anspannung der letzten Zeit und natürlich auch die Präsenz eines so mächtigen Wesens. Ein Wesen, dass er sich kälter und härter vorgestellt hätte aufgrund seiner Natur und doch hatte diese Macht durchblicken lassen, dass er zu Emotionen fähig ist.

Luzifer wurde aus seinen Gedanken gerissen, als der Tod plötzlich begann zu sprechen, „Ich kenne diese Waffe in der Tat gefallener Engel“, sagte er. Luzifer sprang auf „woher, sagt es mir?“sagte er aufgeregt und Zorn flammte in seinem Innersten auf. Der Tod drehte sich ruckartig zu ihm um, vom Alter war nichts mehr zu sehen bei dieser geschmeidigen Bewegung und seine Augen leuchteten in einem intensiven Smaragdgrün. „Nicht in diesem Ton Fürst der Hölle“, zischte der Tod und funkelte ihn an. Die Augen von Luzifer nahmen eine karmesinrote Färbung an und seine Hände ballten sich zu Fäusten, er musste sich schwer zusammen reißen um nicht die Beherrschung zu verlieren. Der Tod blickte ihn an wie ein Vater, der sein aufmüpfiges Kind tadeln wollte „diese Waffe, ist eine von meinen“, sagte er nun fast entschuldigend. Das war zu viel, Luzifers Blut begann zu kochen und die Wut machte ihn blind gegenüber jeglicher Gefahr. Mit einen Knurren, dass einem sterbenden Tier ähnelte, machte er einen Satz auf dieses mächtige  Wesen zu.

Der Tod bewegte kaum merklich seine Hand, Luzifer blieb urplötzlich in der Luft hängen, um einen Wimpernschlag später mit einer unglaublichen Wucht gegen die Wand geschleudert zu werden. Anstatt auf den Boden zu fallen verharrte er unfähig sich zu bewegen an der Wand. Eine woge des puren Hasses schlug dem Tod entgegen, als er langsam auf Luzifer zuging. Unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen blickt Luzifer den Tod an. Die Angst begann ihn zu übermannen, die Angst zu weit gegangen zu sein, die Angst vor seinem tot.

Der Tod blieb ein paar Schritte vor Luzifer stehen, blickte ihn mitleidig an, „siehst du Junger Freund, dass ist euer Problem. Ihr seht immer nur eure Welt, euer Dasein, euch fehlt der Weitblick. Der Blick und das Verständnis für das Große und Ganze“. Sagte der Tod mit einer sanften, fast beruhigenden Stimme. Luzifer konnte nichts erwidern, jedoch sah der Tod das Unverständnis in seinen Augen und lächelte.

„Hab keine Angst junger Freund, du wirst es verstehen“, sagte er und der Schürhaken verwandelt sich in eine Sense. Eine Sense aus Kristall, gefüllt mit einer schwarzen Flüssigkeit, die nun auf ihn hernieder raste. Seine Augen wollten sich weiten, doch das konnten sie nicht als die Sense durch seinen Körper schnitt, wie ein heißes Messer durch Butter. Luzifer verspürte keinerlei Schmerzen als sein Körper in zwei geteilt wurde und zu Boden fiel, auf den Boden der Gasse.

Das letzte was sich in seinen Verstand brannte, war dieses milde, sanfte Gesicht und die beruhigenden Worte des Todes „gleich wirst du verstehen“, dann wurde es dunkel.

Luzifer war tot.

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17 Gedanken zu “In der Hölle ist der Himmel los: Kapitel 8

  1. tyaara

    Oh… Ich muss den letzten und vorletzten Teil aufholen. Hab schon schlechtes Gewissen.
    Hier fallen mir auch schon ein paar Anmerkungen ein. Ich kriege es noch hin – versprochen. Bin derzeit so verdammt gestresst und gleichzeitig kraftlos.
    … Aber Luzifer ist tot 😉

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  2. tyaara

    Ja, das wollten wir… Mein lieber Harlekin, ich kämpfe irgendwie gegen Depressionen in letzter Zeit oder es ist Vorstufe vor Burnout?! Ich weiß es nicht. Ich nehme mir im Kopf so vieles vor, schaffen tue ich aber NICHTS. Jede Minute zu Hause, hänge ich dann eher kraftlos auf der Couch und habe null Kraft und Willen irgendwas zu tun.
    Beschissener Zustand!

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    1. Glaub mir meine Liebe, ich kenne diesen Zustand nur zu gut. Aber der neue Job ist zwar auch mit viel Arbeit verbunden, aber es ist gut aus dem alten weg zu sein. Vielleicht wird es einfach mal beider zeit, dir eine Auszeit zu gönnen

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      1. tyaara

        Musste grad nachdenken… Im Moment fühlt es sich eh nicht an, als hätte ich ein Leben.
        Nein. Natürlich ist es nicht wert. Aber du kennst es. Man hat das Gefühl, dass man keine andere Wahl hat. Und man will die anderen auch nicht enttäuschen…

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