Blutstimme: Tag 3

Jack….Jack“ vernahm er eine Stimme, die von weiter Ferne zum ihm sprach. Jack wurde aus seinen Gedanken gerissen. Er lehnte am Tresens des Pubs, bei seinem Job hatte er sich krank gemeldet, er war nicht in der Lage zu arbeiten. Die Ereignisse der Nacht machten ihm schwer zu schaffen. Er konnte die Bilder nicht vergessen, wie sollte er auch, er hatte die Beweise schließlich auf seinem Nachttisch gefunden. Er verbrachte den Vormittag damit im Internet zu recherchieren, ob in der letzten Nacht ein grausamer Mord verübt wurde. Dem war jedoch nicht so, aber bei seinen Recherchen traf er auf einen Bericht von Jack the Ripper. Das alles verwirrte ihn und machte ihm unbeschreibliche Angst.

Es konnte doch nicht etwa sein, diese Morde lagen über einhundert Jahre zurück. Doch waren die Träume sehr lebhaft, verdammt er konnte den Geruch der Gassen riechen und das Blut schmecken. Wie konnte das alles sein? Dazu kam noch diese unheimliche Stimme, die im Inneren seines Verstandes kratzte und sich bestens zu amüsieren schien. Vermutlich war er einfach Wahnsinnig geworden, die viele Arbeit, die Umwelt, das Alles hatte ihn vermutlich in den Wahnsinn getrieben.

Sally blickte ihn fragend an, sanft berührte sie seinen Arm, die Berührung war fast zärtlich gewesen und es fühlte sich gut an. Er blickte auf zu ihr, „alles in Ordnung nur überarbeitete“ log er mehr schlecht als recht. Sally zog eine Augenbraue nach oben und lächelte dann sanft „wenn du reden magst, ich habe gerne ein offenes Ohr für dich Jack“, sagte sie sanft. „danke Sally, ich weiß das zu schätzen“ sagte er und seine Gedanken drifteten bereits wieder ab. Sally sah ihn besorgt an, dass realisierte Jack bereits nicht mehr, er befand sich weit entfernt in einer anderen Zeit an einem düsteren Ort.

Die Nacht war besonders dunkel, der leichte Regen perlte von seinem ledernen Mantel ab. Die Luft war frisch und klar und das Jagdfieber hatte ihn gepackt. Nur wenige Schritte trennten ihn von seinem Opfer. Er folgte ihrem wankenden Schritt und er konnte bereits die Alkoholfahne riechen, mit jedem Meter den er den Abstand verkürzte. Es war Vorsicht geboten, denn trotz der späten Stunde waren überall Menschen unterwegs in den Straßen und Gassen der Stadt.

Die Aufregung stieg, der alles entscheidende Moment war fast gekommen. Sie hatte ihn immer noch nicht bemerkt, oder scherte sich einfach einen Dreck darum, dass noch jemand in der Gasse unterwegs war. Er nahm das Messer aus dem Mantel, ein wundervolles Stück Handwerkskunst. Er hatte die klinge frisch geschärft, vorsichtig und fast liebevoll. Es war scharf wie eine Rasierklinge und er liebte es zu spüren, wie es Fleisch, Muskeln und Sehnen durchtrennte. Er fixierte sich wieder auf seine Aufgabe, Freude stieg in ihm auf und Jack konnte es nicht mehr erwarten.

Zwei schnelle Schritte und schon stand er hinter ihr, alles lief so unglaublich schnell und automatisch ab. Die eine Hand hielt ihr blitzschnell den Mund zu, während die andere über ihre Kehle fuhr und diese öffnete. Das Messer glitt mühelos durch den Hals und der heiße Lebenssaft ergoss sich über ihn. Die Luft nahm sofort den metallischen Geruch an und er sog ihn gierig ein.

Das unglaubliche Gefühl der Macht durchflutete jede Pore seinen Körpers und er gab sich ihr hin und genoss sie. „Es fühlt sich so gut an, oder nicht Jack?“ kratzte die Stimme zufrieden in seinem Verstand. „ja, dass tut es, aber nun lass mich arbeiten“ sagte Jack ungeduldig. Die Stimme begann zu lachen, „endlich hast du es verstanden kleiner Jack“, sagte sie zufrieden.

Jack wollt gerade beginnen, als er das Knarren eines Karren in seine Richtung bemerkt, er fluchte leise vor sich hin und Wut stieg in ihm auf. Wie konnten jemand es wagen, ihn bei einer so wichtigen Aufgabe zu stören. So eine Verschwendung von Handwerksmaterial, dachte er und begann sich von der Leiche zu entfernen. „Sei nicht traurig kleiner Jack, wir werden noch viele Chancen bekommen“ flüsterte die Stimme zuckersüß und begann dann diabolisch zu lachen.

Jack, Jack wach auf“, hörte er Sallys Stimme. Sie war nicht sanft und beruhigend, sondern ängstlich und laut. Jemand rüttelte an seiner Schulter und ein stechender Schmerz machte sich auf seiner Wange bemerkbar. Er öffnete langsam die Augen und sah Sally über sich kniend, die gerade die Hand zu einer weiteren Ohrfeige erhoben hatte. Sie hielt in der Bewegung inne, als sie sah das Jack die Augen aufgeschlagen hatte. Er fühlte sich nicht verwirrt oder ängstlich, das einzige was er fühlte war Wut, Wut weil er gestört wurde und nicht zu ende bringen konnte, was er begonnen hatte.

Ich glaube wir sollten uns unterhalten Jack“. Sagte sie mit harter Stimme. Jack konnte nur nicken und nach wenigen Minuten verließen sie die Bar.

Das wird ein Mords Spaß“,sagte die Stimme und begann zu lachen, als die Zwei in Richtung von Jacks Wohnung liefen.

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