Die Kinder der Reiter Teil 2

Carrie beobachtete Frau Darcy genau und irgendetwas an ihrer art sich zu bewegen war anders, Carrie konnte im Moment jedoch nicht sagen, was ihre Aufmerksamkeit erregte und so beobachtet sie weiter. Die Gespräche ebbten nicht ab, auch nachdem die Lehrerin sich setzt und in die Klasse blickte. Carrie kam ins denken, es war ungewöhnlich, dass Frau Darcy so ruhig war, normal keifte sie direkt los und versuchte Ruhe zu schaffen, heute jedoch schaute sie nur und dann trafen sich ihre Blicke.

Carrie erschrak, kniff die Augen zusammen und für einen kurzen Moment glaubte sie gesehen zu haben, dass die Augen von Frau Darcy sich rot färbten. Als sie wieder zu Frau Darcy schaute, schaute diese sich bereits wieder im Klassenzimmer um. Carrie war verunsichert, war es wieder eine ihrer Halluzinationen? Carrie konnte es absolut nicht einschätzen, sie glaubt nicht das sie halluzinierte, aber irgendetwas war komisch an Frau Darcy und so beschloss Carrie das genauer unter die Lupe zu nehmen. Während des Unterrichts konnte sie fast nichts merkwürdiges beobachten, dass einzig auffällige wenn man so sagen möchte, war das sie heute besonders viel Aufmerksamkeit in Form von Blickkontakte den Mobbing Kindern widmete. Carrie dachte sich nichts weiter dabei und ging wie gewohnt nach der Schule nach Hause. Der Abend war wie immer, ein wenig Fernsehen und ihre Gedanken niederschreiben. Es war dunkle Gedanken und sie wurde das Gefühl nicht los, dass etwas komisches im Gange war.

Frau Darcy schlenderte durch die Flure der Schule, draußen war es mittlerweile dunkel geworden und sie pfiff ein fröhliches Lied als sie durch den leeren Flur schlenderte. Die Flure wurden nur von dem spärlichen grünen Licht der Fluchtbeleuchtung beleuchtet. Kein Geräusch, außer dem Pfeifen war zu vernehmen, als sie den Weg in den Keller nahm. Im hintersten Winkel angekommen, nahm sie zielstrebig den direkten Weg auf eine Wand mit einer dicken Stahltüre zu. Die Zeit hatte deutliche spuren an der Tür hinterlassen. Der Rost und die Jahre hatten jedoch keinen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser Barriere. Dem Anschein nach, war es eine massive Stahltüre, mit dicken Nieten und keine Anzeichen von einem Schloss. Frau Darcy näherte sich vorsichtig der Tür, fast ängstlich blieb sie davor stehen, als würde so gleich etwas schlimmes aus der Türe springen und ihrem Leben ein Ende bereiten.

Sie blickte wie in Trance auf die Türe, als sie ein Messer aus der Hose zog. Das Messer hatte eine lange dünne Klinge, die Klinge war mit feinen Innerasien verziert. Frau Darcy setzte die Klinge an ihre eigene Brust, so das die Schneide direkt auf ihr Herz zeigte und ihre Augen begannen rot zu glimmen. Ein diabolisches Lächeln machte sich auf dem Gesicht breit. Der Dämon, der sich den Körper der Lehrerin bemächtigt hatte, spürte die Lehrerin im hintersten Winkel ihres Verstandes betteln und flehen. Er kostete die Angst der Lehrerin aus, die den Dämon anflehte das nicht zu tun, doch es war zu spät. Frau Darcy versuchte sich mit allen Kräften zu wehren und die Kontrolle über ihren Körper zurück zu gewinnen, hatte jedoch keine Chance. Der Dämon lachte sie aus, wären er die Klinge zwischen den Rippen, langsam direkt ins Herz gleiten ließ und spürte wie die Frau starb.

Mit dem Blut dass aus dem Herzen gepumpt wurde, begann der Dämon die Glyphen, die nur für ihn sichtbar waren, auf der Tür nach zu zeichnen. Strich für Strich und Tropfen für Tropfen gleiteten die Finger über die Tür um das Muster zu perfektionieren, der Dämon wusste ihm durfte kein Fehler unterlaufen. Als er fertig war, trat er einen Schritt zurück und begutachtet sein Werk.

Die Glyphen begannen erst matt zu glimmen und wurden dann immer heller bis sie in einem stechenden, weißem Licht erstrahlten und auf einen schlag erloschen. Es gab kein Geräusch, keinen Luftzug und trotzdem schwang die Türe einen Spalt weit auf. Der Dämon mit dem Frau Darcy Fleischanzug öffnete die Türe und trat hindurch.

Selbst für ein Geschöpf, dass den tiefsten Tiefen der Hölle entsprungen war, waren die fast unendlichen Stufen tief hinunter in die Erde eine Qual. Der Dämon lief monoton die Wendeltreppe hinab. Die Treppe wurde nur von Fackeln erhellt, die eine Ewigkeit zu brennen schienen. Nicht, dass die Dunkelheit der Kreatur etwas ausgemacht hätte, seine Augen benötigten kein Licht um in der Dunkelheit zu sehen. Nach einer Ewigkeit erreichte er eine schwarze Tür, auf der mit dunklem Rot feine Linien zu sehen waren. Für das menschliche Auge musste es wie ein einfaches Muster aussehen, für den Dämon jedoch war es ganz was anderes.

Es war eine Warnung, eine Warnung die selbst dem Dämon das Blut in den Adern gefriere ließ, hinter dieser Türe war das Schicksal der Welt eingesperrt und genau dieses beabsichtigte er zu besiegeln.

Er begann zu rezitieren in einer Sprache, die nur die wenigsten verstanden und sprechen konnten, es hörte sich an wie altes Latein mit einer Mischung aus Knurr und Fauchlauten, die Sprache der Hölle. Wie in Trance stand der Dämon da und rezitierte Stunde um Stunde, bis die Glypen zu leuchten begannen und die Türe ohne eine Geräusch aufschwang. Der Dämon betrat den Raum, der Moment auf den er sich so viele Jahrhunderte vorbereitet hatte war nun zum greifen nah.

Als er den Raum betrat, entzündeten sich die Fackeln an den Wänden und hüllten den Raum in ein sanftes grünes Licht. Die Kammer war komplett aus schwarzem Marmor und Basaltstein gemacht, das einzige was in dem großen Raum zu sehen war, waren die 4 aus reinstem weißen Marmor gefertigten Sarkophage. Die Sarkophage waren sternförmig in der Mitte der Kammer angeordnet und jeder hatte seine eigene aufwendige Verzierung.

Der Dämon umrundete die Sarkophage und betrachtet jeden mir Ehrfurcht in den Augen. Die Kunstvoll und aufwendigen Verzierungen die vor Tausenden von Jahren in den Stein geschlagen wurden waren immer noch makellos. Sie zeigten Szenen von großen Schlachten, unendliches Leid, den Tod von Tausenden, bei dem Anblick musste der Dämon unwillkürlich lächeln. „Bald liebe Freunde, bald werdet ihr wieder frei sein“sagte der Dämon in den Raum hinein. Er fuhr mit dem Finger über den Sarkophag mit der Schlachtenszene, aber kein einziges Staubkorn hatte sich auf ihm niedergelassen. Bei der Berührung durchflutete ihn eine Woge der Macht, eine alte Macht, eine Macht die selbst ihm das kalte Grauen über den Rücken fahren lies. Der Dämon begab sich in die die Mitte des Raumes, er atmete tief durch und begann dann zu rezitieren.

Blut tropfte aus unzähligen Wunden, die er sich selbst beigebracht hatte. In Trance rezitierend lies er immer wieder das Zeremonienmesser über den Leib der Lehrerin gleiten. Satz für Satz und Schnitt für Schnitt. Das Blut, welches die Essenz des Dämons enthielt bahnte sich wie von selbst den Weg zu den Sarkophagen. Der Dämon litt Höllenqualen und dennoch ließ er nicht von seinem Werk ab. Jahrhunderte der Vorbereitung auf diesen einen Moment, ließen ihn sein Werk letztendlich vollenden, auch wenn es die Auslöschung seiner selbst bedeutete.

Jeder Tropfen Blut wurde gierig von den Sarkophagen aufgesaugt. Tropfen für Tropfen war mehr und mehr Bewegung im Inneren der Gefäße wahrzunehmen. Erst war es ein ganz leises Kratzen, wie von Knochen über Stein. Das Kratzen wurde mit jedem tropfen Blut stärker und am Deckel waren Schläge zu vernehmen. Die Schläge wurden zu einen Stakkato und wo der Deckel sich einen Spalt breit öffnete waberte Nebel aus dem Sarkophag. Je mehr Leben in die Kreaturen in den Särgen floss, desto mehr begannen sie dem Dämon das Leben regelrecht aus dem Körper zu saugen.

Er vollendete das Ritual und der letzte Rest seiner Essenz, des Blutes wurde aus dem Körper gerissen und der Dämon und sein Wirtskörper waren verschwunden.

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