Der Dämonenjäger „Wiedersehen mit Folgen“

Die Speere flogen auf ihn zu, es blieb kaum noch Zeit zu handeln. Die Zeit verlief wie in Zeitlupe, jetzt kam im mal wieder, das jahrelange unbarmherzige Training seiner Eltern zu gute. Sein Körper spulte die trainierten Abläufe automatisch ab, eine Hand Griff zum Gürtel und schleuderte die Rauchbombe direkt vor seine Füße. Augenblicklich wurde die Ecke in der er stand mit schwarzem Rauch verhüllt, während er bereits tief abtauchte, um noch wenige Zentimeter zwischen seinen Rücken und die grobschlächtigen Speerspitzen zu bringen. Über sich hörte er bereits die ersten Speere gegen die Wand schlagen, es wurde allerhöchste Zeit, die Ecke zu verlassen.

Er brachte sich mit zwei schnelle Rollen aus dem Gefahrenbereich, wobei er sich in Richtung des Blitzeinschlages bewegte. In einer fließenden Bewegung ergriff er die fallengelassene Armbrust und legte bereits an. Die Dämonen, welche seine Flucht bemerkten, begannen fluchend und meckernd auf ihn ein zu stürmen. Es war jedoch zu spät, Dante zog den Abzug seiner Armbrüste durch und ein Lied von Eis und Feuer zerfetzte die Körper der Restlichen Dämonen. Schwer Atmend ließ er sich an einer Wand niedersinken und erst jetzt bemerkte er den stechenden Schmerz in seiner linken Schulter und den warmen Strom an Blut der sich am Boden zu einer Lache Blut sammelte. „Oh, Shit erwischt“, sagte er bevor er das Bewusstsein verlor.

Sein Kopf schmerzte und doch könnte er die wütende Stimme wie durch einen Nebel in seinem Kopf hören „wach auf Dante du blödes egoistisches Arschloch“. Er wollte gerade die Augen öffnen, als ein Schwall kaltes Wasser in seinem Gesicht landete. Prustend und hellwach öffnete er die Auge. „Hallo Mace, schön dich wieder zu sehen“, sagte er mit einem Lächeln, auch seine Schmerzen waren verschwunden. „Halt die Fresse, eigentlich sollte ich dir den Schädel einschlagen, du räudiger Hund“, sagte Mace verärgert, jedoch konnte Dante eine leichte Spur der Erleichterung heraus hören.

Er Blickte sie an, sie war sehr groß für eine Frau, breit gebaut und in einen kompletten Harnisch ganz im weiß gehalten gekleidet. Der Harnisch gab kaum Geräusche von sich als sie sich Bewegte, er war eine filigrane Meisterarbeit ihres Ordens. Auf dem Brustpanzer und ihrem Schild prangte das goldene Kreuz der Kreuzritter. An der Seite hatte sie ihren mächtigen Kriegshammer „Knochenbrecher“ locker am Gürtel befestigt, es war ein Ungetüm und machte seinem Namen alle Ehre. Dante war sich nicht sicher aber er glaubte, er würde ihn nicht schwingen können. Mace begann den Raum zu erkunden und hatte den Helm abgenommen, sie klemmte sich den weißen Helm mit den Engelsflügeln und dem Kreuz, welches als seh- und Atemschlitz funktionierte unter den Arm.

Jetzt viel ihr langes blondes Haar über die Schulterpartie des Harnisch, leider konnte er ihr Gesicht nicht bewundern, dieses wunderschöne Gesicht mit den grünen Augen. Er konnte sich vorstellen, das sie die kleinen schmalen Lippen grummelnd verzog, wie sie es so oft tat. Bei dem Gedanken musste er laut auflachen. „Was gibt’s den da zu Lachen Herr des Wahnsinns“, sagte sie trotzig. „Du ziehst die „Grummelschnute“, sagte er lachend und stand langsam auf.

Es gab ein krachen und Steinsplitter rissen ihm die Wange auf, als Knochenbrecher nur eine Handbreit neben seinem Kopf in der Wand einschlug und dort stecken blieb. Ehe er den ersten Schrecken überwunden hatte, hatte Mace die Distanz mit einer Geschwindigkeit, die ungewöhnlich für so schwer gepanzerte Krieger war überwunden. Sie packte ihn mit einer Hand am Kragen und schob ihn die Wand nach oben „tu das nie wieder“ zischte sie mit zusammengebissenen Zähnen. Jetzt kam der trotz in ihm durch „alleine los zu gehen oder das von letzter Nacht?“ fragte er schelmisch und lächelte. „Du weißt genau was ich mein“ sagte sie, während sie ihn böse an funkelte. Sie schlug in leicht gegen die Wand und ließ in dann auf den Boden fallen.

Wieder saß er am Boden in dem Fleck aus seinem eigenen getrocknetem Blut, erst jetzt merkte er, dass er keine Wunde mehr hatte, Mace musste ihn geheilt haben. Gerade, als er sich bedanken wollte hörte er Mace vor sich hin reden „nein, dass kann nicht sein, dass darf nicht passieren“, sagte sie. Dante erhob sich und ging eilig zu ihr rüber, „was ist den los Mace“, versuchte er so sanft wie möglich sagen. Doch als sie sich umdreht und er in ihr Gesicht blickte, verschlug es ihm den Atem.

Die gesamte Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen, sie schien auf einen Schlag um Jahre gealtert zu sein. Dante konnte sie nicht ansprechen, sie brabbelte unverständliches vor sich hin. So hatte er sie noch nie gesehen, nicht mal im Angesicht des Sicheren Todes.

Es ist etwas Schreckliches im gange…

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Der Dämonenjäger

„Ruhe du fliegendes Fellknäuel“ zischte Dante zwischen den zusammengebissene Zähne, der vor seinem Gesicht schwebenden Fledermaus zu und musste sich ein Lachen verkneifen. Merl, die Fledermaus sah einfach zu komisch aus, ihre beiden kleinen Augen schielten und sie hatte einen Hang zum stottern, wenn sie aufgeregt war. „Aaaabbeeerrrr, dddddaaaasss sssssiiiiiinnnndddddd zzzzuuu vvvvvieeeeeelllllleeeeee“, stotterte Merl aus seinem kleinen Hunde ähnlichen Maul in Richtung Dante, dieser kicherte und tätschelte Merl vorsichtig den kleinen Kopf. „Lass das meine sorge sein mein kleiner blinder Freund“, sagte er fast sanft zu seinem pelzigen Freund. Man konnte über Merl sagen, was man wollte, aber er war der beste Kundschafter den man sich wünschen konnte und mit der Zeit war er Dante sehr ans Herz gewachsen. „Arbeit ist Arbeit und wir brauchen das Gold mein Freund“, sagte er lächelnd.

Dante wusste, dass sich zwei Gänge vor ihnen ein Raum voll mit Ziegendämonen befand, keine Gegner, die man auf die Leichte Schulter nehmen konnte. Es waren hässliche Kreaturen, sie wurden von den Bauern gerne mit dem Leibhaftigen in Verbindung gebracht, da es im Prinzip aufrecht gehende Ziegen waren. Sie waren meist etwas größer wie ein Mensch, von böser Natur, ihr Hunger auf Menschenfleisch war unersättlich und sie brachten ein beachtliches Kopfgeld.

Dante begann seine Ausrüstung zu überprüfen, ein gutes Dutzend Wurfdolche waren um seinen Oberschenkel geschnallt. In jedem der hohen Lederstiefel stecke ein Dolch. Er überprüfte seine zwei Handarmbrüste, sie waren sein Hauptarbeitsmittel. Er hatte sie von seinen Eltern geerbt, die wie er auch Dämonenjäger waren und in dieser Zeit jede Menge verzauberter Ausrüstung angehäuft hatten. Das Bild rundete eine leichte Lederrüstung ab, die kaum eine Einschränkung in seiner Beweglichkeit bedeutete und trotzdem einen gewisse Schutz bot.

Er war bereit und schlich den Gang entlang, das Leder verursachte nur minimal quietschende Geräusche, was aber vollkommen von den Geräuschen der Dämonen überdeckt wurde, Merl flog lautlos hinter ihm her. An der Ecke vor dem Raum angekommen hielt er kurz inne um seine Magie zu sammeln. Ein kurzer blick um die Ecke genügte, um zu sehen, dass die Ziegendämonen in ausgelassener Stimmung um ein Feuer saßen und feierten. Über dem Feuer war ein Humanoid an einen Spieß angebracht und brutzelte langsam vor sich hin und jetzt konnte er auch den Geruch von brennendem Fleisch wahrnehmen, brennendes Menschenfleisch.

Ein Flickflack brachte ihn in den Raum, die Zeit schien stehen zu bleiben, sein schwarzes schulterlanges Haar wirbelte um ihn, als sein Körper die einstudierten Bewegungen ausführten. Bevor er wieder stand, hielt er die zwei Armbrüste in den Händen und sie spuckten den Dämonen Tod und Verderb entgegen, „trari trara der Tod ist“ sagte er lachend. Die mit der Macht der Elemente von Feuer und Eis verzauberten Bolzen drangen tief in die Leiber der Ziegenhumanoiden ein. Sie verwandelten Dämonen in skurrile Eisfiguren und ließen Körper mit der Macht des Feuers verbrennen. Der Raum füllte sich sofort mit Bewegung, fast einen Ticken zu spät erkannte Dante den Schamanen der Ziegendämonen. „Scheisse“, fluchte Dante vor sich hin.

Keinen Augenblick zu spät warf er sich in eine Rolle in die Ecke des Raums. Die Luft füllte sich knisternd mit Energie und nur ein schwarzer Fleck, wo er eben noch gestanden hatte zeugte vom Einschlag des mächtigen Blitzes, der dort hernieder fuhr. In einer fließenden Bewegung ließ er eine Armbrust fallen, nutze die Energie die ihm die Rolle gab und schleuderte ein Wurfmesser.

Es fand sein Ziel zwischen den Augen des Dämonen, welcher einen meckernden Laut von sich gab, die Zunge aus dem Maul hängen ließ und tot zu Boden sank.

In der Ecke war er ein leichtes Ziel, da nun der Überraschungseffekt verflogen war, er sah bereits die ersten Speere, die auf ihn zu flogen.