Die Kinder der Reiter Teil 2

Carrie beobachtete Frau Darcy genau und irgendetwas an ihrer art sich zu bewegen war anders, Carrie konnte im Moment jedoch nicht sagen, was ihre Aufmerksamkeit erregte und so beobachtet sie weiter. Die Gespräche ebbten nicht ab, auch nachdem die Lehrerin sich setzt und in die Klasse blickte. Carrie kam ins denken, es war ungewöhnlich, dass Frau Darcy so ruhig war, normal keifte sie direkt los und versuchte Ruhe zu schaffen, heute jedoch schaute sie nur und dann trafen sich ihre Blicke.

Carrie erschrak, kniff die Augen zusammen und für einen kurzen Moment glaubte sie gesehen zu haben, dass die Augen von Frau Darcy sich rot färbten. Als sie wieder zu Frau Darcy schaute, schaute diese sich bereits wieder im Klassenzimmer um. Carrie war verunsichert, war es wieder eine ihrer Halluzinationen? Carrie konnte es absolut nicht einschätzen, sie glaubt nicht das sie halluzinierte, aber irgendetwas war komisch an Frau Darcy und so beschloss Carrie das genauer unter die Lupe zu nehmen. Während des Unterrichts konnte sie fast nichts merkwürdiges beobachten, dass einzig auffällige wenn man so sagen möchte, war das sie heute besonders viel Aufmerksamkeit in Form von Blickkontakte den Mobbing Kindern widmete. Carrie dachte sich nichts weiter dabei und ging wie gewohnt nach der Schule nach Hause. Der Abend war wie immer, ein wenig Fernsehen und ihre Gedanken niederschreiben. Es war dunkle Gedanken und sie wurde das Gefühl nicht los, dass etwas komisches im Gange war.

Frau Darcy schlenderte durch die Flure der Schule, draußen war es mittlerweile dunkel geworden und sie pfiff ein fröhliches Lied als sie durch den leeren Flur schlenderte. Die Flure wurden nur von dem spärlichen grünen Licht der Fluchtbeleuchtung beleuchtet. Kein Geräusch, außer dem Pfeifen war zu vernehmen, als sie den Weg in den Keller nahm. Im hintersten Winkel angekommen, nahm sie zielstrebig den direkten Weg auf eine Wand mit einer dicken Stahltüre zu. Die Zeit hatte deutliche spuren an der Tür hinterlassen. Der Rost und die Jahre hatten jedoch keinen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser Barriere. Dem Anschein nach, war es eine massive Stahltüre, mit dicken Nieten und keine Anzeichen von einem Schloss. Frau Darcy näherte sich vorsichtig der Tür, fast ängstlich blieb sie davor stehen, als würde so gleich etwas schlimmes aus der Türe springen und ihrem Leben ein Ende bereiten.

Sie blickte wie in Trance auf die Türe, als sie ein Messer aus der Hose zog. Das Messer hatte eine lange dünne Klinge, die Klinge war mit feinen Innerasien verziert. Frau Darcy setzte die Klinge an ihre eigene Brust, so das die Schneide direkt auf ihr Herz zeigte und ihre Augen begannen rot zu glimmen. Ein diabolisches Lächeln machte sich auf dem Gesicht breit. Der Dämon, der sich den Körper der Lehrerin bemächtigt hatte, spürte die Lehrerin im hintersten Winkel ihres Verstandes betteln und flehen. Er kostete die Angst der Lehrerin aus, die den Dämon anflehte das nicht zu tun, doch es war zu spät. Frau Darcy versuchte sich mit allen Kräften zu wehren und die Kontrolle über ihren Körper zurück zu gewinnen, hatte jedoch keine Chance. Der Dämon lachte sie aus, wären er die Klinge zwischen den Rippen, langsam direkt ins Herz gleiten ließ und spürte wie die Frau starb.

Mit dem Blut dass aus dem Herzen gepumpt wurde, begann der Dämon die Glyphen, die nur für ihn sichtbar waren, auf der Tür nach zu zeichnen. Strich für Strich und Tropfen für Tropfen gleiteten die Finger über die Tür um das Muster zu perfektionieren, der Dämon wusste ihm durfte kein Fehler unterlaufen. Als er fertig war, trat er einen Schritt zurück und begutachtet sein Werk.

Die Glyphen begannen erst matt zu glimmen und wurden dann immer heller bis sie in einem stechenden, weißem Licht erstrahlten und auf einen schlag erloschen. Es gab kein Geräusch, keinen Luftzug und trotzdem schwang die Türe einen Spalt weit auf. Der Dämon mit dem Frau Darcy Fleischanzug öffnete die Türe und trat hindurch.

Selbst für ein Geschöpf, dass den tiefsten Tiefen der Hölle entsprungen war, waren die fast unendlichen Stufen tief hinunter in die Erde eine Qual. Der Dämon lief monoton die Wendeltreppe hinab. Die Treppe wurde nur von Fackeln erhellt, die eine Ewigkeit zu brennen schienen. Nicht, dass die Dunkelheit der Kreatur etwas ausgemacht hätte, seine Augen benötigten kein Licht um in der Dunkelheit zu sehen. Nach einer Ewigkeit erreichte er eine schwarze Tür, auf der mit dunklem Rot feine Linien zu sehen waren. Für das menschliche Auge musste es wie ein einfaches Muster aussehen, für den Dämon jedoch war es ganz was anderes.

Es war eine Warnung, eine Warnung die selbst dem Dämon das Blut in den Adern gefriere ließ, hinter dieser Türe war das Schicksal der Welt eingesperrt und genau dieses beabsichtigte er zu besiegeln.

Er begann zu rezitieren in einer Sprache, die nur die wenigsten verstanden und sprechen konnten, es hörte sich an wie altes Latein mit einer Mischung aus Knurr und Fauchlauten, die Sprache der Hölle. Wie in Trance stand der Dämon da und rezitierte Stunde um Stunde, bis die Glypen zu leuchten begannen und die Türe ohne eine Geräusch aufschwang. Der Dämon betrat den Raum, der Moment auf den er sich so viele Jahrhunderte vorbereitet hatte war nun zum greifen nah.

Als er den Raum betrat, entzündeten sich die Fackeln an den Wänden und hüllten den Raum in ein sanftes grünes Licht. Die Kammer war komplett aus schwarzem Marmor und Basaltstein gemacht, das einzige was in dem großen Raum zu sehen war, waren die 4 aus reinstem weißen Marmor gefertigten Sarkophage. Die Sarkophage waren sternförmig in der Mitte der Kammer angeordnet und jeder hatte seine eigene aufwendige Verzierung.

Der Dämon umrundete die Sarkophage und betrachtet jeden mir Ehrfurcht in den Augen. Die Kunstvoll und aufwendigen Verzierungen die vor Tausenden von Jahren in den Stein geschlagen wurden waren immer noch makellos. Sie zeigten Szenen von großen Schlachten, unendliches Leid, den Tod von Tausenden, bei dem Anblick musste der Dämon unwillkürlich lächeln. „Bald liebe Freunde, bald werdet ihr wieder frei sein“sagte der Dämon in den Raum hinein. Er fuhr mit dem Finger über den Sarkophag mit der Schlachtenszene, aber kein einziges Staubkorn hatte sich auf ihm niedergelassen. Bei der Berührung durchflutete ihn eine Woge der Macht, eine alte Macht, eine Macht die selbst ihm das kalte Grauen über den Rücken fahren lies. Der Dämon begab sich in die die Mitte des Raumes, er atmete tief durch und begann dann zu rezitieren.

Blut tropfte aus unzähligen Wunden, die er sich selbst beigebracht hatte. In Trance rezitierend lies er immer wieder das Zeremonienmesser über den Leib der Lehrerin gleiten. Satz für Satz und Schnitt für Schnitt. Das Blut, welches die Essenz des Dämons enthielt bahnte sich wie von selbst den Weg zu den Sarkophagen. Der Dämon litt Höllenqualen und dennoch ließ er nicht von seinem Werk ab. Jahrhunderte der Vorbereitung auf diesen einen Moment, ließen ihn sein Werk letztendlich vollenden, auch wenn es die Auslöschung seiner selbst bedeutete.

Jeder Tropfen Blut wurde gierig von den Sarkophagen aufgesaugt. Tropfen für Tropfen war mehr und mehr Bewegung im Inneren der Gefäße wahrzunehmen. Erst war es ein ganz leises Kratzen, wie von Knochen über Stein. Das Kratzen wurde mit jedem tropfen Blut stärker und am Deckel waren Schläge zu vernehmen. Die Schläge wurden zu einen Stakkato und wo der Deckel sich einen Spalt breit öffnete waberte Nebel aus dem Sarkophag. Je mehr Leben in die Kreaturen in den Särgen floss, desto mehr begannen sie dem Dämon das Leben regelrecht aus dem Körper zu saugen.

Er vollendete das Ritual und der letzte Rest seiner Essenz, des Blutes wurde aus dem Körper gerissen und der Dämon und sein Wirtskörper waren verschwunden.

Die Kinder der Reiter Teil 1

Carrie Anne war neu an der Jeffersons Highschool, sie war erst vor wenigen Monaten mit ihrer Mutter von New York in eine Kleinstadt in Oregon gezogen. Ihre Mutter war nach den jüngsten Ereignissen auf der Welt verängstigt.

Im Fernsehen und im Radio häuften sich die Meldungen über sonderbare Sichtungen von Kreaturen, es war die Rede von Monstern, manche bezeichneten sie als Dämonen und selbst von Engel sei die Rede gewesen. Carries Mutter war eine streng gläubige Christin, seid sie ihre Drogen und Alkoholsucht mit der Hilfe von Gott überwunden hatte. Sie blätterte jede freie Minute in der Bibel und versuchte die Zeichen zu Erkennen, Carrie verabscheute dieses Thema zutiefst, den sollte es so etwas wie einen Gott geben, musste er wohl tot sein nach all den Dingen die ihr in jungen Jahren widerfahren waren.

Carrie war kein typischer siebzehnjähriger Teenager, ihr Leben war bisher geprägt von Höhen und Tiefen. Die einzigen Erinnerungen an ihren Vater handelten von Gewalt und Misshandlungen körperlicher und seelischer Natur an ihr und ihrer Mutter. Sie war eine Einzelgängerin, verschlossen und eher schweigsam, den immer wenn sie den Mund aufmachte erwartete sie eine Tracht Prügel. Ihre Mutter, schaffte es sich von Carries Vater zu trennen, nachdem sich beide im Alkohol und Drogenrausch so sehr stritten, dass ihr Vater sie fast zu Tode geprügelt hatte. Was sie nicht wahrnahmen, dass die kleine Carrie die ganze Szenerie heimlich beobachtet. Trotz ihrem zarten alter von fünf Jahren war da kein Schreien, kein Schluchzen und nicht mal eine Träne ergoss sich über die Wange. Die kleine beobachtet die Szenerie mit einer morbiden Faszination. Sie wusste es nicht, aber dieses Ereignis, sollte ihr leben prägen.

Nachdem sich ihre Eltern getrennt hatten, zogen sie oft um. Von Nord nach Süd, von Ost nach West. Carrie lernte bald, dass es sich nicht lohnte Freundschaften zu knüpfen, da sie nie wusste, wann ihre Mutter sie wieder an einen anderen Ort schleppte. Zu einem anderen Mann, zu einen anderen Job, oder einfach weil sie es an diesem Ort nicht mehr aushielt.

Ihre besten Freunde wurden ihre Bücher, die Bücher und die Einsamkeit. Wenn sie sich ihren Gedanken hingab und durch sie Straßen der Stadt ging, spürte sie die abwertenden Blicke der anderen. Sie konnte genau sehen wie sie hinter ihrem Rücken begannen zu tuscheln und zu lachen. „Das Mädchen in schwarz, der kleine Emo soll zuhause weinen“, war noch das freundlichste was sie zu hören bekam. Aber wer konnte es ihnen verübeln, sie kleidete sich nun mal in schwarz. Sie hatte einen Faible für Vampirkleider, Mieder und Korsagen. Am liebsten trug sie ein Minikleid, ihre ausgelatschten 14-Loch-Boots und einen push-up um ihre schöne Oberweite zur Geltung zu bringen. Sie hatte eine normale Figur und war sich durchaus bewusst, dass ihr Outfit den Jungs oft das Blut aus dem Kopf in den Unterleib schießen ließ. Jedoch traute sich keiner die komische Tussi anzusprechen, was ihr aber am Arsch vorbei ging.

Heute war ein guter Tag Carries Laune war normal, als sie nach einer Stunde Fußweg an der Schule ankam. Wie immer nahm sie von dem Weg wenig war, sie war in ihren Gedanken versunken. Es waren Gedanken über alles Mögliche, oft jedoch waren es traurige und düstere Gedanken. Nicht selten dachte sie daran sich das Leben zu nehmen und alles hinter sich zu lassen. Sich einfach der kalten Berührung des Todes hin zu geben und allem und jeden den Mittelfinger zu zeigen.

Industrialnois hämmerte in voller Lautstärke aus den Kopfhörern auf ihr Trommelfell, als sie gedankenversunken das Klassenzimmer betrat und sich auf ihren Platz setzte. Zu spät merkte sie den Kaugummi, auf den sie sich soeben setzte, nur das lachen einiger Mitschüler riss sie aus den Gedanken. Immer und immer wieder wurde sie Opfer dieser kleinen Späße, es waren immer die gleichen eine Gruppe Sportler und ihre Mädels. Sie liebten es die „Außenseiter“ zu mobben, heute war sie wieder zum Ziel des Spottes geworden. Es waren immer die gleichen auf die sich die Streiche fokussierten. Da war Ivar, auch er war erst vor kurzem an die Schule gekommen, er war soweit sie wusste aus Russland. Er war ein Hüne von einem Jungen, er war sicher an die zwei Meter und mit Muskeln bepackt. Er hatte kurzes blondes Haar und blaue Augen, er war ein hübscher junger Mann, nur das harte Gesicht für das die Russen bekannt waren, sagte Carrie absolut nicht zu. Was Ivar zu viel an Muskel hatte, büßte er leider an Gehirnschmalz ein. Er war nicht der hellste und wenn man ihn reizte, konnte es schnell passieren, dass er wie ein wilder Bulle ausrastete. Deswegen war der Spott gegen Ivar auch immer sehr subtil, denn Angst hatten alle vor dem „Bullen aus Russland.

Tom war der nächste im Bunde, er war schlank, von normaler Größe aber sehr dünn. Das markanteste an ihm waren wohl die extrem blasse Haut und das lange, ungepflegte Haar, das er stet zu einem fettigen Pferdeschwanz zusammen gebunden hatte. Er war wohl das, was man als typischen Nerd bezeichnen würde und die Brille mit den dicken Gläsern runden wohl das Bild ab. Tom tat Carrie im Grunde leid, den Tom war eines von diesen Kindern, die mehr krank als Gesund waren. Carrie konnte sich nicht erinnern, dass sie Tom jemals nicht schnäuzend, hustend oder von schlimmer Akne gezeichnet gesehen hatte. Das waren nur die Krankheiten die man sah, Carrie wusste das Tom aufgrund seinen schlimmen Asthmas vom Sportunterricht befreit war. Schon der Weg ins Klassenzimmer wurde immer mit schwerem Keuchen von ihm kommentiert. Auch heute schnaufte er schwer und hustete, als er sich seinen weg zu seinem Platz suchte.

Das ärmste Schwein Carries Meinung nach war jedoch Phil. Phil war das fetteste Kind, was Carrie je gesehen hatte. Von einem Hals konnte keine Rede mehr sein, dass er sich überhaupt noch bewegen konnte, war Carrie bis heute ein Rätsel. Phil musste an die 200 Kilo auf die Waage bringen, er hatte kleine Schweineaugen, kurzes braunes Haar und war immer in riesige Jogging Klamotten gekleidet. Vermutlich mussten diese für ihn angefertigt werden, auch sein Pult in der Schule war speziell für sein Gewicht angefertigt worden. Phil bekam mit Abstand am meisten Spott und Hohn von der Clique ab. Phil hätte Carrie leid tun können, jedoch empfand sie kein Mitleid für den fetten Jungen, den immer wen man ihn sah war er am kauen. Er hatte immer zwei Taschen mit in der Schule, eine für seine Bücher und eine mit Essen. Ihrer Meinung nach müsste er nur weniger essen, um ab zu nehmen, aber jeder wie er mag und sich wohl fühlt. Wobei sie es sich nicht vorstellen konnte, dass sich jemand so wirklich gut fühlen kann. Es war ihr fast peinlich, aber er schien wohl etwas für sie übrig zu haben, den im Unterricht warf er ihr immer wieder Blicke zu, die sie mir einem Lächeln erwiderte. Sie hatte keine Gefühle für ihn oder ähnliches, Gott oder wer auch immer bewahre, jedoch machte er einen sympathischen Eindruck. Aber ihre Regel war nun mal keine Freundschaften zu schließen, denn sie wusste nicht wie lange sie hier wohnen würde.

Carrie stand auf um sich ihr Kleid anzuschauen, der Kaugummi klebt voll in dem Spitzenbesatz ihres Minikleides. Die Clique lachte und tuschelte, als Carrie versucht den Kaugummi aus dem Kleid zu puhle. Sie ließ sich nichts anmerken und machte äußerlich weiterhin den lethargischen Eindruck, den sie immer machte. Innerlich kochte sie jedoch vor Wut und wünschte sich nichts mehr als ihnen die Pest an den Hals, mögen sie von einem Dämonen gefressen werden oder schlimmeres. Die Klasse war schon fast komplett anwesend und wenige der Anderen setzten sich bereits. Nachdem sie den Kaugummi so gut wie möglich entfernt hatte, setzte sie sich wieder und nahm ihren Block zur Hand, den der Unterricht würde bald beginnen.

Frau Darcy betrat die Klasse, sie war Mitte der Fünfziger, etwas pummelig und bereits ergraut. Wie üblich ging sie zum Lehrer Pult und stellte ihre braune Ledertasche links von sich neben das Pult. Die Klasse interessierte es zum Großteil wenig, ob Frau Darcy anwesend war oder nicht, die Gespräche gingen munter weiter. Carrie war keine Aufmerksame Schülerin und rettete sich mehr schlecht als recht durch die Klasse, die meiste Zeit war sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Entweder war sie in Gedanken versunken oder schrieb ihre Gedanken auf ihrem Block nieder. Genau so war es bei Frau Darcy auch immer, heute jedoch war etwas komisch.

In der Hölle ist der Himmel los: Kapitel 8

Luzifer und der Tod wischten sich die Tränen aus dem Gesicht. Der Tod blickte den Teufel an „das ist wirklich eine sehr ergreifende Geschichte“ wisperte er. „Jetzt kennst du meine Geschichte, die Geschichte des Teufels“, erwiderte Luzifer mit trauriger Stimme „die Geschichte des gefallenen Engels, oder sollte ich sagen, die Geschichte des Engels der sich fallen ließ“, er seufzte. „Du musst wissen junger Freund, es gibt weniges auf dieser Welt was mir entgeht, dass jedoch ist wahrlich das am besten gehütete Geheimnis, dieses Planeten“, sagte der Tod und Anerkennung lag in seinen Worten.

Der Tod stand von seinem Sessel auf und ging zum Kamin. Luzifer blickte ihm nach, als er den Schürhaken aus dem Ständer nahm und beginnt in der Glut herum zu stochern. Als der Tod den Schürhaken fasst, spannte er sich fast unmerklich an und seine Sinne gingen sofort auf Verteidigung für einen kleinen Moment, er konnte nicht sagen warum. Wahrscheinlich einfach die Anspannung der letzten Zeit und natürlich auch die Präsenz eines so mächtigen Wesens. Ein Wesen, dass er sich kälter und härter vorgestellt hätte aufgrund seiner Natur und doch hatte diese Macht durchblicken lassen, dass er zu Emotionen fähig ist.

Luzifer wurde aus seinen Gedanken gerissen, als der Tod plötzlich begann zu sprechen, „Ich kenne diese Waffe in der Tat gefallener Engel“, sagte er. Luzifer sprang auf „woher, sagt es mir?“sagte er aufgeregt und Zorn flammte in seinem Innersten auf. Der Tod drehte sich ruckartig zu ihm um, vom Alter war nichts mehr zu sehen bei dieser geschmeidigen Bewegung und seine Augen leuchteten in einem intensiven Smaragdgrün. „Nicht in diesem Ton Fürst der Hölle“, zischte der Tod und funkelte ihn an. Die Augen von Luzifer nahmen eine karmesinrote Färbung an und seine Hände ballten sich zu Fäusten, er musste sich schwer zusammen reißen um nicht die Beherrschung zu verlieren. Der Tod blickte ihn an wie ein Vater, der sein aufmüpfiges Kind tadeln wollte „diese Waffe, ist eine von meinen“, sagte er nun fast entschuldigend. Das war zu viel, Luzifers Blut begann zu kochen und die Wut machte ihn blind gegenüber jeglicher Gefahr. Mit einen Knurren, dass einem sterbenden Tier ähnelte, machte er einen Satz auf dieses mächtige  Wesen zu.

Der Tod bewegte kaum merklich seine Hand, Luzifer blieb urplötzlich in der Luft hängen, um einen Wimpernschlag später mit einer unglaublichen Wucht gegen die Wand geschleudert zu werden. Anstatt auf den Boden zu fallen verharrte er unfähig sich zu bewegen an der Wand. Eine woge des puren Hasses schlug dem Tod entgegen, als er langsam auf Luzifer zuging. Unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen blickt Luzifer den Tod an. Die Angst begann ihn zu übermannen, die Angst zu weit gegangen zu sein, die Angst vor seinem tot.

Der Tod blieb ein paar Schritte vor Luzifer stehen, blickte ihn mitleidig an, „siehst du Junger Freund, dass ist euer Problem. Ihr seht immer nur eure Welt, euer Dasein, euch fehlt der Weitblick. Der Blick und das Verständnis für das Große und Ganze“. Sagte der Tod mit einer sanften, fast beruhigenden Stimme. Luzifer konnte nichts erwidern, jedoch sah der Tod das Unverständnis in seinen Augen und lächelte.

„Hab keine Angst junger Freund, du wirst es verstehen“, sagte er und der Schürhaken verwandelt sich in eine Sense. Eine Sense aus Kristall, gefüllt mit einer schwarzen Flüssigkeit, die nun auf ihn hernieder raste. Seine Augen wollten sich weiten, doch das konnten sie nicht als die Sense durch seinen Körper schnitt, wie ein heißes Messer durch Butter. Luzifer verspürte keinerlei Schmerzen als sein Körper in zwei geteilt wurde und zu Boden fiel, auf den Boden der Gasse.

Das letzte was sich in seinen Verstand brannte, war dieses milde, sanfte Gesicht und die beruhigenden Worte des Todes „gleich wirst du verstehen“, dann wurde es dunkel.

Luzifer war tot.

In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.5

„Der Herr der Finsternis persönlich, was verschafft mir diese Ehre?“, der Sarkasmus in Duriels Stimme konnte nicht überhört werden. Luzifer schluckte den Ärger, welchen die respektlosen Worte in ihm auslösten herunter. Niemals zuvor redete ein Geschöpf wie Duriel so mit ihm, Duriel musste Luzifers Situation wohl bekannt sein.

„Duriel mein Freund, sparen wir uns die Höflichkeitsfloskeln und kommen wir direkt zum Geschäft. Ich muss deinen Boss treffen so schnell wie möglich“. Duriel begann aus vollem Halse zu lachen, es klang kehlig, wie ein Knurren, was da aus dem Kinderhalse klang. „Das wirst du, Luzifer. Vielleicht Schneller als du denkst“, grinste Duriel bösartig.

Luzifer funkelte ihn an, die teuflische Seite in ihm Rang einen harten Kampf mit dem Engel in ihm. Er kämpfte das Verlangen diese niedere Kreatur der Schöpfung an Ort und Stelle in Stücke zu zerreißen nieder und zog stattdessen seinen Dolch und begann damit an seinen Fingernägeln zu kratzen. „Sag mir Seelenernter, was würde wohl passieren, wenn mein kleiner Freund hier, deine Seele verzehrt?“. Er schlenderte einen Schritt auf die kindliche Gestalt zu und Duriel merkte sofort, dass er nun den Bogen überspannt hatte. Er hatte den Höllenfürsten erzürnt und trotz der prekären Lage Luzifers, fürchtete der Seelensammler um sein Leben und wich ein paar Meter zurück.

Bitte“, wimmerte Duriel, den die Furcht zu übermannen drohte, als er mit dem Rücken gegen die Backsteinwand der Gasse stieß und es kein Entkommen vor dem Teufel gab. Und genau so sah der Höllenfürst im Moment aus. Das Gesicht zu einer kalten Fratze der absoluten Entschlossenheit und der puren Grausamkeit verzogen. Schritt für Schritt ging er auf die vor Angst wimmernden Kreatur im Kinderkostüm zu, den Dolch dabei lässig in der Hand drehend. Die Seele des Engels im inneren der Klinge, schrie und wand sich unter Qualen. Luzifer genoss das Schauspiel, denn die einzige Macht auf der Welt, die das Doppelleben von ihm kannte, ist Gott und dieser ist tot. „Ruf jetzt deinen Meister, ich muss ihn sprechen“, sagte Luzifer mit kaltem herrischen Tonfall, der keine Widerrede duldete. Seine schwarzen Augen funkelnden bedrohlich und es bestand kein Zweifel daran, dass er Duriels Existenz ein qualvolles Ende bereitete, wenn er nicht sofort der Aufforderung nachkommen würde.

Die Gestalt des Mädchens begann am kompletten Leib zu Zittern, er so aus wie das kleine verängstigte Kind in dem er steckte, als er wimmerte „eine Seele, ich brauche eine“. Luzifer lächelte und die Spitze der Klinge fuhr blitzartig vor die Pupille von Duriel, welcher in dem Augenblick tausend Tode starb.

Was glaubst du, was der »Seelentrinker« sich einverleibt hat Duriel ?“, sagte Luzifer den Blick starr auf die Kindergestalt gerichtet, der wie paralysiert vor Angst vor ihm stand.

Luzifer ging einen Schritt zurück und entließ mit einem Gedanken die Seele des toten Engels aus der Waffe. Er ließ Duriel keine Sekunde aus den Augen, dem die Entwicklung der Begegnung mehr und mehr Unbehagen bereitete. Der Seelenernter sog die Seele des Engels als gleich in sich auf und schloss die Lieder, der Höllenfürst beobachtete die Szenerie argwöhnisch.  Es dauerte nicht lange, der Seelensammler öffnete die Augen und starrte Luzifer an. „Der Meister hat zugestimmt mit dir zu sprechen“,sagt er voller Furcht in der Stimme.

Wann und wo?“ Fragte Luzifer über die Reaktion von Duriel verwundert. Der Seelenernter muss wohl davon ausgegangen sein, dass dieses Unterfangen sinnlos sei. „Hier und Jetzt“, erwiderte Duriel mit zittriger Stimme und deutete hinter Luzifer und war dann im nichts verschwunden. Luzifer dreht sich um und erblickte am Ende der Gasse einen, auf einen Stock gestützten alten Mann, der auf Luzifer zu ging.

Der Tod war zu ihm gekommen …

In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.4

Funken stoben auseinander, als Stahl auf Stahl traf, das Klirren hallte durch die dunkle Gasse, wie Hammerschläge. Die zwei Kämpfenden tanzten einen tödlichen Tanz aus der nur einer als Sieger hervor gehen konnte. Mit Dolchen bewaffnet, umkreiste Luzifer den Engel. Schweiß tropfte von seinem Gesicht und fiel auf dem besudelten Boden der Gasse.
Um die zwei Krieger lagen bereits drei tote Engel, Stiche ins Herz und aufgeschlitzte Kehlen hatten ihnen den Garaus gemacht. Der Lebenssaft sprudelte aus ihren offenen Kehlen und tränkte den Boden. Jetzt war es nur noch einer der Anführer des Suchtrupps, der Luzifer unbekannt war. Er musste einer der niederen Engel sein, jedoch kämpfte er mit seinem Kurzschwert wie der Teufel persönlich.

Die zwei umrundeten sich wie zwei Tiere, die Muskeln gespannt und bereit bei der kleinsten Bewegung oder Chance, die sie wahrnehmen, loszuschlagen. Luzifer lächelt kalt, „Na du Schoßhündchen meines Bruders, dir geht wohl die Puste aus?“. Der Engel blickte ihn mit hasserfüllten Augen an. „Du wirst bezahlen für das, was du meinen Brüder angetan hast“, zischte er zwischen den Zähnen hindurch und deutet auf die toten Engel am Boden.
„Du wirst dich bald zu ihnen gesellen Engel“, meinte dazu Luzifer, der das letzte Wort mehr ausspuckte, als er es sagte. Es war purer Hass und das verlangen den Gefallenen zu töten, das in den Augen des Engels zu lesen war. Aber er griff noch nicht an.

„Glaubst du, ihr aus den niederen Rängen, hättet mich finden können, wenn ich es nicht genau so gewollt hätte?“, fragte Luzifer mit einem amüsierten Lächeln im Gesicht. Für einen kleinen Moment wich der Hass der Unsicherheit und dem Erkennens, sie waren in eine Falle geraten. Auf diesen einen kleinen Moment hatte er gewartet und attackierte den Engel blitzschnell, der seinen Schwert noch hochziehen konnte, um den Dolch der auf seinen Gesicht zielte, zu parieren.

Die Augen des Engels weiteten sich. Er ließ das Schwert fallen, als die Kraft seinen Körper verließ. Ungläubig blickte er auf das Heft, das aus seiner Brust ragte und starb. Er war bereits tot, als sein Körper die Erde berührte. Der Seelentrinker hatte ihn sich einverleibt und Luzifer zog den bösartigen Dolch aus der Brust des Engels. Durch das Berühren des Heftes konnte er die Seele des Engels im Inneren der Klinge hören. Sie schrie. Sie schrie vor Wut und nach Erlösung.

Luzifer wischte die Klingen an der Kleidung des Engels ab und lehnte sich im Schatten an eine Wand. Stumm schickte er einen Gedanken gen Himmel. „Vater, es tut mir leid, was ich hier tun muss, aber ich sehe keinen anderen Weg, ich muss Ihn sprechen“, sagt er und ließ seinen Blick ins Leere wandern. Der letzte Rest Schweiß tropfte von seiner Stirn, während sein Körper begann sich abzukühlen. Schweiß und Blut vermischte sich auf dem Boden. Der Geruch von Eisen überdeckte alle Gerüche in der mit Unrat übersäten Gasse. Ihm kam es wie eine Ewigkeit vor, bis er ein ihm sehr bekanntes summen vernahm. Es war so filigran, das es nur die wenigsten Wesen wahrnehmen konnte, doch auf genau diese Verzerrung der Gefüge hatte er gewartet.

Er wusste, dass die Kreatur über die Störung des Seelenflusses, welche er durch den Einschluss der Seele in den Dolch hervorgerufen hat, mehr als ungehalten sein würde. Denn genau diese Störung musste von dem Seelenernter untersucht werden. Er hätte die Seele auch als sein Eigentum brandmarken können, jedoch hätte das den Seelenernter nicht auf den Plan gerufen. Es dauerte nicht lange, bis die Schatten in der Gasse scheinbar zum Leben erwachten. Sie huschten hierhin und dorthin. Mal bekamen sie rot leuchtende Augen und mal scharfe Reißzähne so dass der Geruch nach tot intensiver wurde und nun die Gasse völlig beherrschte. Er war wirklich sauer, wenn er eine so starke Präsenz zeigte, dachte Luzifer. Er hatte kaum zu Ende gedacht, als ein ca. 6 Jahre altes Mädchen vor ihm Gestalt annahm. Zwei Zöpfe zierten das blonde Haar, ein schlichtes Kleidchen und ein schlichtes paar Schuhe rundeten das Bild ab. Wären da nicht diese rot leuchtenden Augen gewesen und das gerissene Grinsen.

„Hallo Duriel“, sagte Luzifer lächelnd.

In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.3

Luzifer, mein geliebter Sohn,

wenn du diesen Brief erhalten hast, weißt du was die Stunde geschlagen hat, sonst würde ich dieses Wagnis niemals eingehen. Ich schwebe in höchster Gefahr, die Vorzeichen waren schon lange zu erkennen, nur hat es jemand geschafft meine Aufmerksamkeit zu trüben. Ich kann dir nicht sagen wie oder wer, ich kann dir nur sagen, dass es wenige Dinge gibt, die mich zu töten vermögen. Mit diesem Brief, hat der Bote dir eine Kiste zukommen lassen. In dieser Kiste findest du auch ein Buch, welches von meiner Hand geschrieben wurde, dort wirst du vielleicht Antworten auf viele deiner Fragen finden Lucifer.

Mein Sohn, ich werde nie vergessen, welche Bürde du dir zum Wohle der ganzen Welt auf deine Schultern geladen hast, welches schwere Schicksal du zu ertragen hattest meinetwegen, wegen meiner Kreation. Ich habe mir oft Vorwürfe gemacht, dir eines Tages dieses Angebot gemacht zu haben. Vielleicht war ich auch selbstsüchtig, denn ich wusste genau du würdest es nicht ablehnen, dafür liebtest du mich und tust es immer noch viel zu sehr. Ich habe unsere regelmäßige Gespräche immer sehr genossen, auch wenn wir sie im Verborgenen abhalten mussten. Deiner Brüder und Schwestern hätten es nicht verstanden, für sie gibt es nur schwarz oder weiß, du jedoch warst immer anders. Du hast auch das Grau gesehen, die Worte zwischen den Zeilen, die Vergänglichkeit von allem und so werde wohl auch ich vergehen.

Es wird ein Krieg aufziehen, ein Krieg der das zerbrechliche Gefüge, welches wir so mühsam aufgebaut haben aus den Fugen reißen wird. Die Legionen des Himmels und der Hölle, werden auf die Erde losgelassen. Ein erbitterter Kampf um die Seelen der Menschen und um die Vorherrschaft wir entstehen und letztendlich wird eine Fraktion die Oberhand gewinnen.

Wenn es soweit kommt, wird einer derer die unter deiner Kontrolle standen aus den Schatten treten und deinen Platz fordern. Er wird es nicht bewusst tun, jedoch wird er einen Teil deiner Kraftquelle schwächen. Deine Brüder aus dem Himmel werden ebenfalls jagt auf dich machen, denn wer wäre ein besserer Sündenbock für das Chaos, als der gefallene Engel.

Auch einer deiner Brüder wird die Regentschaft des Himmels für sich beanspruchen und wir beide wissen, dass es Michael sein wird. Er konnte meine Liebe für dich und die Menschen nie verstehen, jedoch kannte nicht mal er die ganze Wahrheit und er hätte sie nie verstanden.

Mein Sohn, ich weiß, ich lade dir wieder eine große Bürde auf deine gemarterten Schultern. Doch ich bitte dich, versuch das zu retten, was wir erschaffen haben. Du wirst Verbündete brauchen, nicht alle deiner Geschwister sind so verblendet, wie dein großer Bruder. Halte deine Augen aus den Schatten heraus offen.

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute, bei dieser letzten Aufgabe um die ich dich bitte mein Sohn.

Ein Letztes noch, es gibt Kräfte welche die meinen übersteigen, eine von ihnen ist der Tod, den letztendlich holt er sie alle, auch mich.

Ich liebe dich Luzifer.

Er sah von dem Brief auf, welcher sich nur durch einen Gedanken entzündete und zu einem Häufchen Asche verbrannte. Er wischte sich eine Träne vom Gesicht und seine Mine verhärtete sich zu einem entschlossenen Ausdruck. Er stand auf und trat in die Schatten und nur ein lachen und ein paar Worte hallten noch durch den Raum, als er verschwand.

Tod wir werden uns sehr bald treffen“

In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.2

Verlassen……

Er lächelt kalt und seine Augen funkelten bedrohlich. „Das habe ich, jedoch sollte Euch der Grund wohl bekannte sein, liebste Anastasia“,sagte er zuckersüß und tödlich. Sie blickte ihn an wie die Maus die in die Ecke gedrängt war und darauf wartete, dass die Katze das Spiel beendete. Seine Körperhaltung verriet keinerlei Anspannung, sie hatte etwas von einem gemütlichen Kaffeeklatsch am Sonntagmittag.

„Er sagte, Ihr seid wahnsinnig geworden nach Gottes Tod und hättet Euch von allem und jedem abgewandt, wir hatten keine andere Wahl als ihm zu glauben, er war schließlich Eure rechte Hand“, versuchte der Succubus mit einem Zittern in der Stimme zu erklären. Sie hatte kaum ausgesprochen, als eine Hand sich um ihre Kehle legte und sie vom Boden hob. Sie blickt ihm direkt in die Augen, welche zu einem Strudel aus Finsternis und Licht geworden waren, die alles verschlingen wollen was sie anblicken. Die Berührung seiner Haut durchflutete ihren Körper und ihren Geist mit dem Gefühl der Verzweiflung. Eine eisige Kälte machte sich in ihr breit und das Gefühl des sicheren und endgültigen Todes, griff mit kalten Klauen nach ihrem Verstand.

Sie wand, zappelte und versuchte sich aus dem Griff zu befreien, doch es gab kein Entkommen. „Wahnsinn? Soll das etwa Wahnsinn sein?“, zischte er durch die zusammen gepressten Zähne. „Nein…nein“, röchelte sie. „Das ist Wahnsinn!“, sagte er und schleuderte sie mit einer Handbewegung auf das Bett, das knackend unter dem Einschlag zerbrach. Ein Dolch nahm in seiner Hand Gestalt an, während sie sich aus den Trümmern wühlte, ein Dolch aus Kristall mit einer flüssigkeitsgefüllten Röhre in der Mitte. Von der Flüssigkeit fehlte jedoch ein guter Teil. Bei dem Blick auf den Dolch weiteten sich ihre Pupillen und der letzte Rest ihrer Fassung ging verloren. Sie setzte sich zittern auf die Trümmer und Blickte ihm in die jetzt leicht rot leuchtenden Augen. Ein kleines Rinnsal von Blut lief ihr an der Schläfe hinab und tropfte auf ihr Dekolleté.

„Du kennst diesen Dolch? Woher? Sag mir, was du weißt Anastasia“, sagte er so sanft wie ein Vater, welcher noch nicht genau weiß, wie er das unartige Kind bestrafen sollte, aber gerade am Höhepunkt seiner Wut angekommen war. Er ging zu ihr, setzte sich neben Sie, nahm ihren Kopf in seine Hand und zwang sie in anzuschauen. „Er sagte, Gott wurde mit einem speziellen Gift getötet, was selten ist und schwer herzustellen. Der Dolch selbst kann nur aus der Schmiede der Hölle entstanden sein. Er sagte nur Ihr wart in der Lage das alles zu tun – es zu planen.“, erzählte sie leise und blickte ihm ständig in die vor Hass brodelnden Augen. „Euer Hass und die Schmähung eurer Brüder haben Euch in den Wahnsinn getrieben, deshalb habt Ihr Euren Vater getötet, den Krieg gegen eure Brüder begonnen, die Apokalypse über die Erde gebracht und uns alle zum Untergang verdammt“, sagte sie leise.

„Danke“, sagte er sanft mit einer Spur des Bedauerns in der Stimme“. Du hast mir immer gute Dienste geleistet“. Ihr Augen weiteten sich plötzlich, als eine Klinge sich durch ihr Herz bohrte und bis zum letzten Tropfen begierig ihre Lebenskraft ins sich aufnahm, und das Funkeln in ihren Augen erlosch.

Er hatte den Kristalldolch wieder verschwinden lassen und gegen seinen eigenen unbemerkt von ihr getauscht. „Der Seelentrinker“ war ein treuer Begleiter seid langer, langer Zeit und einmal mehr hatte er das Gefühl, dass er dessen besondere Gaben mehr als benötigen würde. Er legte den toten Körper behutsam auf das zerbrochene Bett, schloss ihr die Augen und küsste sie sanft auf die Stirn. „Bis bald meine Liebe“, flüsterte er der Toten zu. Eine Träne ran über seine Wange, als er sich neben sie setzte und einen Brief aus seiner Hosentasche nahm, ihn behutsam auseinander faltete und begann zu lesen.

Luzifer, mein geliebter Sohn…..

In der Hölle ist der Himmel los Kapitel 1.1

Gott….war tot.

Die Erde versank im Chaos, die vier Reiter der Apokalypse waren kurz nach Gottes Tod, auf ihren feurigen Rössern durch die Tore der Hölle geritten und überzogen seither die Welt mit Hungersnöten Seuchen in Form von totgeglaubten Krankheiten, Krieg und Tod. Die armen Länder traf es als erstes, Bürgerkriege brachen unter den Menschen aus, der Kampf um Nahrung, Medikamente, sauberes Wasser oder einfach nur die Flucht vor dem sicheren Tod. Der Tod hatte in dieser Zeit viele Seelen zu ernten, die Schuldigen sowie die Unschuldigen vielen zu Millionen seiner Sense zum Opfer. Wie ein Bauer auf einem im voller Blüte stehenden Weizenfeld erntete er Ähre um Ähre und Seele um Seele.

Ein beständiger Fluss an Seelen klopfte an die Himmelspforte und an die Tore der Hölle, zu viele, dass alle den sofortigen Einlas erwarten konnten, die Plätze vor den Toren füllten sich mit den hilflosen Seelen welche die Reiter forderten. Für manche war es ein Fluch, jene die auf den Einlass zum Paradies warteten. Für andere war es ein Segen, wenige Tage mehr, ohne die Qualen der Hölle zu überstehen, welche sie erwarteten.

Zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle entbrannte ein verbitterter Kampf, die Legionen des Himmels blind vor Zorn über den Tod ihres geliebten Vaters, stiegen sie aus dem Himmel und machten Jagt auf jede Ausgeburt der Hölle die sie finden konnten, die Fürsten der Hölle wiederum witterten ihre Chance, ihren Feinden den Garaus zu machen und ihre Vormachtstellung zu festigen. Der Kriegsschauplatz war die die Erde, dass empfindliche Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gut und Böse drohte aus den Fugen zu geraten und in Mitten, des ganzen Chaos war Er.

Er tauchte in der Ecke des schmierigen Hotelzimmers auf, der Boden und die Tapete waren übersät mit Flecken, beleuchtet wurde der Raum nur durch eine kleine Nachttischlampe welche matt glomm. Er war völlig in Schatten gehüllt und verursachte nicht das kleinste Geräusch. Es wäre auch egal gewesen, dass Stöhnen der jungen rothaarigen Dame, mit dem Lederkorsette, welche einen Mann mittleren Alters gerade ritt, als gäbe es kein Morgen mehr, hätte eh alles übertönt. Das billige Bett, mit dem ebenso billigen Rost protestierte lautstark, außer einem Nachttisch gab es keinerlei Inventar. Sie war schön anzusehen, für das menschliche Auge, er jedoch sah was sich unter der Oberfläche abspielte. Das Gesicht eine Fratze aus verbrannter narbiger Haut, kleine spitze dolchartige Zähne mit der sie mit Leichtigkeit Fleisch und Sehen vom Knochen reißen konnte, ragten aus ihren aufgesprungenen Lippen. Die vor Vorfreude auf das Mahl leuchtenden gelben Augen, waren starr auf ihr Opfer gerichtet und auf den leuchtend blauen Nebel, welcher von ihm zu ihr wanderte und immer stärker wurde je mehr die arme Seele in Ekstase geriet. Als der armselige Mensch zum Höhepunkt kam, verschlang die Succubus gierig seine Lebensenergie, das Leuchten seiner Augen verblasste, die Haut wurde welk und spröde, als sie jeden Funken Leben aus ihm heraus saugte. Der einzige kleiner Trost, er starb einen den Tod den sich jeder Mann wünscht.

Er trat aus dem Schatten der ihn verhüllte „Anastasia…ungezogene Anastasia, was habe ich über das Vernaschen von reinen Seelen gesagt?“ sagte er grinsend mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme. Sie erkannte die Stimme sofort, sie schnitt in ihren Geist wie ein heißes Messer in warme Butter. Sie dreht sich blitzschnell mit weit aufgerissenen Augen zu ihm um und blickte ihn an.

Er sah aus wie ein Mensch Mitte Dreißig, dünn und eher durchschnittlich von der Größe. Er war in Jeanshose, ein schlichtes schwarzes Hemd und bequeme Turnschuhe gekleidet. Das Gesicht wirkte hager und ausgemergelt, die halblangen Haare hingen ihm teilweise ins Gesicht. Die dünnen Lippen formten ein kaltes und grausames Lächeln, als er sie aus den dunklen Augen anblickte. Er sah aus wie ein unauffälliger, durchschnittlicher Mensch der einen Faible für den Crunch look hatte, doch sie wusste es besser und begann, mit vor Angst stolpernder Stimme zu sprechen….

…..Meister, er sagte ihr habt uns verlassen.

In der Hölle ist der Himmel los: EPILOG

Es war ruhig geworden in der Werkstatt, kein Zischen, kein Rattern oder Blubbern war mehr zu hören. Die Werkstatt erstrahlte im reinsten Weiß, was man sich nur vorstellen konnte. In den unzähligen Regalen befanden sich unglaubliche Dinge.

Gläser mit den absurdesten Aufschriften “ Wasser, Lava, roter Sand, weißer Sand“ usw.. es waren unzählige dieser Gläser, Tiegel, Flaschen und Gefäße und alle beinhalteten sie Materialien zur Erstellung.

Es gab Laboraufbauten, mit Kolben, Röhren, Brennern und diversem Instrumenten, wie Pipetten, Petrischale, Pinzetten und vieles, vieles mehr zum Kreieren und experimentieren mit einer Vielzahl von Möglichkeiten. Eigentlich sollte es rauchen, zischen und Dampfen und gelegentlich die ein oder andere kleine Explosion geben, doch es war still.

Die Mitte des Raumes wurde dominiert von einer großen Kugel, die wie ein gigantischer Erdkugel aussah, genau genommen, war es die Erde, ein riesiges Model der Erde. Man konnte sie nach allen Seiten drehen und wenden und wenn man genau hinsah, für das menschliche Auge nicht sichtbar, waren Bewegungen auf der Oberfläche erkennbar.

Es gab noch weitere dieser Kugeln, im ganzen Raum verstreut, kleine, große, rote, grüne und blaue Variationen in allen Farben und Formen. Manche waren nur ein Klumpen Ton, auf anderen war bereits Vegetation, Flüsse, Seen und Meere zu erkennen. In manche waren abdrücke von Fäusten geschlagen, als ob jemand seiner Wut freien lauf gelassen hätte, völlig unpassend zu der weißen makellosen Aufmachung der Werkstatt und völlig unpassend war auch diese Stille.

Das einzige unpassende in diesem Raum war diese dunkelrote Lache aus frischem Blut, deren Ränder sich beständig weiter in den weißen Boden fraßen, als wolle sie sich den ganzen Boden einverleiben.

In mitten dieser Lache lag ein Mann, die Arme zu den Seiten ausgebreitet, der weiße sportliche Anzug, bereits dunkelrot verfärbt wo er das Blut berührte. Seine langen Blonden Haare lagen wild, zerzaust auf dem Boden und bildeten rote Strähnen, wo sie den Boden berührten. Der Körper war der eines Mannes im besten Alter, kein Gramm unnötiges Fett daran, sehnig und muskulös. Die Hände waren schwielig von harter und schweißtreibender Arbeit, die Augen hatten tiefe schwarze Ringe von Schlaflosigkeit gezeichnet. Das hagere eingefallene Gesicht deutete auf viele Sorgen und Probleme hin, die dieser Mann in seinem Leben gemeistert und durchlaufen hatte. Die feinen dünnen Lippen hatte ein sanftes Lächeln aufgelegt, trotz des bereits versiegten Strom aus getrocknetem Blut, was an ihnen herunter, über den Hals, bis zum Kragen seines Hemdes gelaufen war.

Die Augen, so blau wie ein strahlender Sommertag, waren geöffnet und blickten an die blaue Decke, an welche ein wundervoller Nachthimmel gemalt war. Die tausende und abertausende Sterne, strahlten ein sanftes Licht in den Raum. Jedoch konnte auch dieses strahlen nicht den Glanz in diese uralten toten Augen zurückbringen.

Neben der Leiche kniete ein Mann in mitten, des sich immer weiter ausbreitenden See aus Blut. Er beugt sich über die Leiche und blickt auf den Dolch, der aus dessen Brust ragte und bis zum Heft hinein gestoßen worden war. Der Dolch schien aus Kristall zu bestehen, in dessen Mitte eine Röhre mit einer grünlichen Substanz eingebettet war, welche sich zum teil in den leblosen Körper gedrängt hatte.

Der Mann saß starr am Boden, die Kleidung blutgetränkt, wo sie den Boden berührte. Das blasse Gesicht zu einer Maske versteinert, das halblange schwarze Haar hing ihm ins Gesicht. Eine einzelne Träne rann ihm die Wange hinunter und zog einen frostigen Streifen über das kalte Gesicht. Sie blieb kurz am Kieferknochen hängen und erstarrte dort, sie viel zu Boden, wie in Zeitlupe näherte sich die gefrorene Träne dem Boden. Als sie auf dem aufschlug, zerbarst sie in tausende, winzige Fragmente, die das Licht des Raumes in jedem Farbspektrum wiedergaben. Also das Licht versiegte, war auch der Mann verschwunden und der Dolch ebenfalls, ein leichter Geruch nach Schwefel lag in der Luft und der ein flüsterte noch seine letzten Worte „ich liebe dich Vater“.

Gott war tot ….